43.000 Oberösterreicher schuften – und sind trotzdem arm. Die aktuelle EU-SILC-Erhebung zeigt laut Arbeiterkammer OÖ ein alarmierendes Bild: Sieben Prozent aller Erwerbstätigen im Land gelten als "Working Poor". Das bedeutet, dass ihnen trotz Job weniger als 1.827 Euro netto pro Monat zum Leben bleiben.
Betroffen sind nicht nur Teilzeitkräfte oder Gelegenheitsarbeiter. Österreichweit arbeiten laut Statistik sogar 203.000 Betroffene in Vollzeit, weitere 95.000 in Teilzeit. Insgesamt leben 361.000 Menschen trotz Arbeit an oder unter der Armutsgrenze.
Besonders hart trifft die Entwicklung Familien. Alleine in OÖ kämpfen 28.000 Haushalte mit Kindern mit finanziellen Sorgen. Steigende Kosten für Wohnen, Energie und Lebensmittel bringen viele trotz regelmäßigen Einkommens zunehmend unter Druck.
"Wenn man trotz Arbeit seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten kann, wird das tägliche Leben zur Herausforderung", warnt AK-Präsident Andreas Stangl. Für ihn ist klar: "Darum muss Armut trotz Arbeit bekämpft werden." Die Zahlen würden zeigen, dass immer mehr Menschen trotz Leistung und Beschäftigung finanziell nicht mehr über die Runden kommen.
Die Arbeiterkammer fordert deshalb einen flächendeckenden Mindestlohn von 2.000 Euro brutto bei Vollzeitbeschäftigung. Außerdem sollen bessere Kinderbetreuungsangebote Vollzeitarbeit erleichtern, Weiterbildung stärker gefördert und die Inflation bei Energie, Mieten und Lebensmitteln wirksam bekämpft werden.