Die Kollektivvertragsverhandlungen für rund 60.000 Beschäftigte in der Elektro- und Elektronikindustrie sind am 28. Mai in die nächste Runde gegangen. Nach zwölf Wochen voller Verhandlungen, Betriebsversammlungen und Streikbeschlüssen gab es kurz vor Mitternacht ein Ergebnis.
"Es stand Spitz auf Knopf. Bis zuletzt boten die Arbeitgeber nur eine Mini-Erhöhung von einem Prozent an und erst heute kam endlich Bewegung in die Verhandlung. Mit Betriebsversammlungen, Solidarität und Streikentschlossenheit mussten sich die Belegschaften den Respekt und die Wertschätzung erst erkämpfen", betonen die Chefverhandler Reinhold Binder (PRO-GE) und Eva Scherz (GPA).
Rückwirkend mit 1. Mai 2026 steigen die Mindestlöhne, Mindestgehälter und auch die Lehrlingseinkommen um 3 Prozent. Die kollektivvertraglichen Zulagen und Aufwandsentschädigungen werden ebenfalls um 3 Prozent erhöht. Besonders für Schichtarbeitende gibt es starke Verbesserungen.
Die Zulagen für die zweite Schicht werden in Etappen bis 2028 auf 1,50 Euro pro Stunde angehoben, für die dritte Schicht steigt die Zulage bis 2027 auf 4 Euro pro Stunde. Die Ist-Einkommen werden um 1,85 Prozent plus 22 Euro erhöht. Unterm Strich bedeutet das für viele Beschäftigte eine Lohn- und Gehaltserhöhung von bis zu 2,7 Prozent.
Zusätzlich gibt es Neuerungen beim Thema Gesundheit und Familie: Für alle über 40 Jahre oder nach 20 Dienstjahren kommen Gesundheitstage dazu. Eltern von Kindern mit Behinderung bekommen eine zusätzliche Pflegefreistellung.
"Das Gesamtpaket mit nachhaltigen Erhöhungen bei Löhnen, Gehältern, Zulagen, Aufwandsentschädigungen, mit mehr Geld für belastende Schichtarbeitszeiten sowie mit mehr Freizeitanspruch für Beschäftigte ab dem 40. Lebensjahr sind der gemeinsame Erfolg der Betriebsrät:innen und Beschäftigten", halten Binder und Scherz fest.
"Unser vorrangiges Ziel war es, in diesen durch geopolitische Verschiebungen, regulatorische Unsicherheiten und technologische Disruption wirtschaftlich herausfordernden Zeiten heuer deutlich unter der rollierenden Inflation abzuschließen – das ist uns gelungen. Der Fokus ist klar auf den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit gelegt, die gerade für die exportstarke Elektro- und Elektronikindustrie essenziell ist", sagt FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun.