Wenige Tage vor der Urteilsverkündung wurde bekannt, dass Marius Borg Høiby (29) eine Nacht im Krankenhaus verbringen musste. Jetzt steht fest, dass der Auslöser ein Wutausbruch in seiner Gefängniszelle war. Wie "Bild" berichtet, schlug der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) im Affekt mit der Faust gegen einen Schrank und brach sich dabei die rechte Hand.
Anschließend musste Høiby in die Notaufnahme gebracht werden. In einem Gefängnisbericht, den "Bild" zitiert, heißt es: "Er wurde wütend und traurig. Er wollte lange nicht mit Beamten sprechen." Sein rechter Arm soll danach deutlich verfärbt gewesen sein.
Dem vorausgegangen war die bittere Nachricht, dass das Berufungsgericht Borgarting seinen Antrag auf Haftentlassung abgelehnt hatte. Eigentlich hatte Høiby gehofft, seine schwer kranke Mutter sehen zu können.
Am Montag verurteilte ihn ein Gericht in Oslo schließlich zu vier Jahren Haft, unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen und der Misshandlung seiner Ex-Freundin. Gegen das Urteil will Marius Borg Høiby Berufung einlegen.
Den Wutausbruch bewerten beide Seiten unterschiedlich. Verteidiger Petar Sekulic zeigt Verständnis und verweist auf die Ausnahmesituation seines Mandanten. "Es ist sehr ungewöhnlich, dass die Staatsanwaltschaft das als Beispiel dafür heranzieht, dass er seine Gefühle nicht kontrollieren kann", sagt er gegenüber "Bild".
Für Staatsanwalt Sturla Henriksbø ist der Vorfall dagegen ein weiteres Warnsignal. "Das Berufungsgericht ist zu dem Schluss gekommen, dass eine erhebliche Gefahr besteht, dass er erneut Straftaten begehen könnte, wenn er jetzt freigelassen wird", so der Ankläger.