Sie ist seit Jahrzehnten eines der bekanntesten Gesichter im deutschen Fernsehen, und muss trotzdem um jeden Job kämpfen. Christine Neubauer (64) hat im Interview mit der "Abendzeitung" verraten, woran eines ihrer Herzensprojekte gescheitert ist.
"Einen Stoff, den ich gerne für das deutsche Fernsehen umsetzen würde, habe ich immer noch in der Schublade", erzählt die Schauspielerin. "Das Projekt wurde allerdings abgelehnt, weil die beiden Hauptfiguren, ein Mann und eine Frau mit einer Liebesgeschichte, 60 Jahre alt sind." Die Begründung: Das Publikum interessiere sich nicht für Geschichten der älteren Generation.
Für Neubauer völlig unverständlich. "Das Publikum kommt auf mich zu und zeigt Interesse an solchen Geschichten. Nur erreicht dieses Interesse offenbar zu selten die Entscheider, oder sie sind schlicht zu blind dafür." Dabei füllte erst heuer im Sommer die Komödie "Ein fast perfekter Antrag" mit Heiner Lauterbach (73) und Iris Berben (76) die Kinosäle.
Aufgeben kommt für sie trotzdem nicht infrage. "Natürlich frustriert mich das. Aber ich war schon immer eine Kämpfernatur. Ich gebe nicht auf und glaube weiter daran, dass vielleicht doch noch ein blindes Huhn ein Korn findet."
Und sie nimmt die Sache einfach selbst in die Hand. In Chile hat sie gerade den Dreh zu ihrem neuen Film "La Puta Vida" abgeschlossen, in dem sie nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern ihn gemeinsam mit Ehemann José Campos auch produziert. Die beiden hatten sich einst in der Atacama-Wüste kennengelernt und im Sommer geheiratet. "Jetzt wieder genau dort zu drehen und dann auch noch unseren eigenen Film zu realisieren, ist etwas ganz Besonderes."
2027 soll der Film ins Kino kommen, zuerst allerdings in Chile, weil er dort gefördert wurde. Ob er auch bei uns startet, ist offen. Neubauer kämpferisch: "Ich werde jedenfalls alles dafür tun, dass wir ihn auch nach Deutschland bringen."