Spanien bittet die europäische Grenzschutzagentur Frontex um Unterstützung bei der Registrierung von Migrantinnen und Migranten in seiner nordafrikanischen Enklave Ceuta. Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska richtete gestern ein entsprechendes Gesuch an die Generaldirektorin für Migration und Inneres der Europäischen Kommission, Beate Gminder.
Hintergrund sind massenhafte Ankünfte von Migrantinnen und Migranten vor knapp einem Monat: Ende Juli waren mindestens 72.000 Menschen über die Grenze gelangt. Dabei kamen auf spanischer Seite 82 Migrantinnen und Migranten ums Leben, Marokko bestätigte zudem 14 weitere Todesfälle.
Nach Angaben der Behörden halten sich derzeit noch zwischen 5.000 und 8.000 Menschen in Ceuta auf. Spanien fordert zehn zusätzliche Frontex-Beamte zur Unterstützung an.
In der Enklave wachsen die Spannungen. Bewohnerinnen und Bewohner forderten bei Protesten den Abzug der Migrantinnen und Migranten. Zudem wurden Zelte von Migrantinnen und Migranten am Strand angegriffen und in Brand gesteckt.
Gestern wurden zwölf Migranten festgenommen, nachdem sie ein Militärfahrzeug mit Steinen beworfen hatten. Dabei wurden ein Soldat und vier Migranten verletzt. Elf der Festgenommenen seien aus Ceuta ausgewiesen worden, berichtete die Zeitung "El Pais" unter Berufung auf Quellen des örtlichen Hauptgerichts.