Unterkünfte angezündet

Spanier machen in Ceuta brutale Jagd auf Migranten

In der spanischen Exklave Ceuta eskaliert die Lage. Aufgebrachte Gruppen gehen gegen Migranten vor, Hütten brennen, die Polizei rückt aus.
Newsdesk Heute
28.08.2026, 13:20
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In der spanischen Exklave Ceuta an der nordafrikanischen Küste spitzt sich die Lage dramatisch zu. Nach der massenhaften Ankunft von Migranten aus Marokko kam es mehrere Nächte in Folge zu heftigen Protesten. Dabei gingen aufgebrachte Gruppen auch gegen Migranten und deren Unterkünfte vor.

Besonders angespannt ist die Situation am Strand von Trampolín. Dort hatten Migranten nach ihrer Ankunft provisorische Unterkünfte errichtet. Am Donnerstag drang eine Gruppe in das Lager ein und setzte mehrere der Hütten in Brand. Die spanische Polizei rückte mit einem Großaufgebot aus, um eine weitere Eskalation zu verhindern.

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Bereits am Vortag hatten Demonstranten versucht, Teile des Lagers zu zerstören. Polizisten sperrten den Zugang zum Strand und setzten Gummigeschosse ein. In der Stadt wurden Barrikaden errichtet und Straßen mit Müllcontainern blockiert.

Rotkreuz-Konvoi blockiert

Auch Hilfsorganisationen geraten ins Visier. Rund 100 Menschen setzten sich am Donnerstag auf die Zufahrtsstraße zum Strand und blockierten einen Konvoi des Roten Kreuzes. Ein Lkw und drei Lieferwagen mit Lebensmitteln für Migranten konnten zunächst nicht weiterfahren. Erst nach Verhandlungen mit den Einsatzkräften gaben die Demonstranten die Straße frei.

Die Wut richtet sich aber nicht nur gegen Migranten. Auch Journalisten wurden bei den Protesten bedrängt. Ein Reporter und sein Kameramann mussten sich hinter Tischen einer Terrasse in Sicherheit bringen, nachdem sie von einer Gruppe umringt, beschimpft und gestoßen worden waren. Auch ein Team des spanischen öffentlich-rechtlichen Fernsehens wurde angepöbelt.

Hintergrund der Ausschreitungen ist die massive Migrationskrise in Ceuta. Ende Juli überquerten binnen kurzer Zeit Zehntausende Menschen die Grenze aus Marokko. Viele wurden inzwischen wieder zurückgebracht, dennoch befinden sich weiterhin zahlreiche Migranten in der nur rund 85.000 Einwohner zählenden Stadt.

Vier Soldaten bei Hinterhalt verletzt

Parallel dazu kam es in der Gegend von Benzú zu einem schweren Angriff auf vier spanische Soldaten. Nach bisherigen Angaben wurde ihr Fahrzeug in der Früh von einer Gruppe von 30 bis 40 Personen mit großen Steinen attackiert.

Die Soldaten mussten aus dem nicht gepanzerten Wagen flüchten. Die Angreifer sollen sie anschließend zu Fuß verfolgt und weiter mit Steinen beworfen haben. Alle vier wurden verletzt und mussten medizinisch versorgt werden.

Polizei und Guardia Civil starteten daraufhin einen Großeinsatz. Zwölf marokkanische Staatsbürger wurden festgenommen. Einige Verdächtige sollen versucht haben, über das Meer zu entkommen.

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