In Vorarlberg nimmt Adipositas bei Erwachsenen zu. In den Ambulanzen des LKH Feldkirch sind die Anfragen in den vergangenen Jahren um rund zehn Prozent gestiegen, das berichtet der ORF.
Auch Zahlen der Statistik Austria zeigen die Entwicklung: 2006/07 waren 12,8 Prozent der Vorarlberger adipös, 2019 bereits 16,5 Prozent. Besonders deutlich war die Zunahme bei Männern. Laut Gesundheitsbericht des Landes 2025 sind insgesamt rund 47 Prozent der Vorarlberger ab 15 Jahren übergewichtig oder adipös.
Eine aktuelle britische Studie zeigt zudem einen Zusammenhang mit der sozialen Lage. Forscher der Universität Cambridge werteten Gesundheitsdaten von mehr als 55 Millionen Menschen aus. Im ärmsten Fünftel der Bevölkerung tritt Adipositas demnach um 35 Prozent häufiger auf als im reichsten.
Vergleichbare Zahlen gibt es für Vorarlberg nicht. Fachleute sehen aber auch hier einen Einfluss der Lebensumstände. Leistbare Freizeitangebote, genügend Zeit zum Kochen, sichere Fuß- und Radwege sowie die Wohnsituation können eine Rolle spielen.
"Ich würde nie behaupten, reich sein schützt vor Mehrgewicht", sagt Kristin Ganahl vom Vorarlberger Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin (AKS) im ORF.
Bei Kindern und Jugendlichen steigen die Zahlen derzeit nicht weiter. Im Schuljahr 2024/25 waren rund 17,3 Prozent der Schüler übergewichtig oder adipös, im Jahr davor waren es 17,8 Prozent.
Während der Corona-Pandemie hatte es laut Ganahl einen Anstieg bei übergewichtigen Kindern gegeben. Danach flachte die Entwicklung wieder ab.
Zur Vorbeugung brauche es laut Ganahl mehrere Maßnahmen, darunter gesunde Verpflegung in Kindergärten und Schulen, ausreichend Bewegungsmöglichkeiten sowie sichere Rad- und Fußwege.