Markerschütternde Hilfeschreie ließen Sonntagabend kurz nach 19 Uhr die Badegäste am Weststrand an der Alten Donau im Gänsehäufel (Wien-Donaustadt) aufschrecken.
Ein 24-Jähriger war angeblich von einem Boot ins Wasser gestürzt und nicht mehr aufgetaucht. Mitfahrende und Badegäste tauchten verzweifelt nach dem Opfer. Die Bademeister reagierten sofort. "Einer ruderte sofort mit dem Boot zur Unfallstelle und half als Erster", so ein Augenzeuge. "Der Bäder-Mitarbeiter sprang in voller Montur ins Wasser, tauchte nach dem Verunglückten. Sofort kamen weitere Bademeister nach und sprangen ebenfalls in Wasser." Dutzende Personen tauchten die Alte Donau ab.
Der Rettungshubschrauber landete im Gänsehäufel, wartete im Stand-by-Modus auf einer Wiese nur wenige Meter hinter dem Weststrand. Die Uhr tickte erbarmungslos. Denn im Kampf um Leben und Tod zählt jede Minute.
"Rettung, Feuerwehr und Polizei waren schon nach wenigen Augenblicken vor Ort. Die Rettungskette funktionierte perfekt. Mehrere Taucher schwammen sofort dorthin, wo der Mann untergegangen war. Sie suchten alles ab, aber fanden ihn zuerst nicht." Immer wieder ließen sich die Taucher von Jetboards durch das Wasser ziehen, durchkämmten den Bereich vor dem Weststrand. "Die Sicht unter Wasser war nicht gut, alles ist schlammig und grün", so der Augenzeuge, der selbst kurz mitgeholfen hatte. "Man sieht nicht sehr weit, dazu kommt noch die Strömung."
Die Tauch-Helden der Feuerwehr fanden den Verunfallten nach rund einer halben Stunde, brachten ihn sofort über den Badesteg an Land. Dort startete die Reanimation, doch leider zu spät – der junge Mann verstarb noch am Ufer. Ein sonniger Badetag endete so mit einer weiteren dunklen Tragödie im Gänsehäufel.
Nur wenige Stunden zuvor war am Oststrand ebenfalls ein Mann im Wasser verstorben. Seine Familie musste hilflos mitansehen, wie der Mann in den Fluten unterging, nicht mehr auftauchte. Dutzende Einsatzkräfte waren sofort vor Ort, auch hier landete der Heli im Gänsehäufel. Doch trotz Großeinsatz verstarb der Familienvater noch im Gänsehäufel. Seine Familie wird von einem Krisenteam betreut.