Trotz Impfung sind zwei Krankenschwestern neu infiziert

Corona-Patientin im Spital (Symbolfoto)
Corona-Patientin im Spital (Symbolfoto)Johanna Schlosser / picturedesk.com
Einen Monat nach der zweiten Teilimpfung mit BioNTech/Pfizer infizierten sich jetzt zwei Linzer Krankenschwestern trotzdem mit Corona. 

Gleich zwei Linzer Krankenschwestern sollen sich jetzt mit dem Corona-Virus infiziert haben. In der momentanen Pandemie ist dies keine ungewöhnliche Nachricht – allerdings erhielten beide bereits die zweite Dosis des BioNTech/Pfizer Impfstoffes. 

Corona-Nachwirkungen nach Impfung "wie weggefegt"

Unwahrscheinlich, aber dennoch möglich. Die Wirksamkeit des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs liegt bei 95 Prozent, bei den Virusmutationen ist sie geringfügig niedriger. Außerdem schützt die Impfung vorwiegend vor einem schweren Krankheitsverlauf, eine Ansteckung verhindert sie laut Studien nur zu 85 Prozent. 

Auf Facebook erzählt eine der beiden Frauen über ihr langes Leiden. Vor fast genau einem Jahr infizierte sie sich mit Covid-19. Nach langem Spitalsaufenthalt mit Sauerstoffbehandlung war sie noch immer nicht genesen: Sie erzählt, unter "long Covid" gelitten zu haben. Monatelang kämpfte sie mit den Beschwerden, bis sie die Corona-Impfung erhielt. Dann seien die Beschwerden "wie weggefegt" gewesen.

Gleich zwei Fälle von Infektion nach Impfung

Fast ein Monat später nahm ihr Gesundheitszustand aber eine schockierende Wende: sie erzählt, aufgewacht zu sein und sich gefühlt zu haben, als hätte ein Lkw sie gerammt. Der Schnelltest, den sie durchführte, kam negativ zurück. Zur Sicherheit führte die Linzerin einen PCR-Test durch, während sie auf das Ergebnis wartete verschlimmerten sich ihre Symptome. Mit Schüttelfrost und großen Schmerzen bekam sie schließlich die Nachricht, sie sei erneut Corona-positiv. 

Diesmal sei der Krankheitsverlauf aber um einiges milder. Sie sei nicht hospitalisiert und die Viruslast sei gering genug, damit sie nicht ansteckend sei. Dieser Umstand dürfte wohl auf die verabreichte Impfung zurückzuführen sein. Die Linzerin berichtet außerdem, mit der Südafrika-Variante der Virusmutation infiziert zu sein. 

Eine Sprecherin des Kepler Universitätsklinikums bestätigt den zweiten Fall gegenüber "Heute". Eine Mitarbeiterin sei bei einem Schnelltest positiv auf Corona getestet worden, auch der PCR-Test schlug bei ihr an. Die Linzerin bekam ebenfalls vor ungefähr einem Monat die Zweitimpfung mit BioNTech/Pfizer, im Klinikum werden trotzdem auch unter Geimpften alle Schutzmaßnahmen wie FFP2-Maske und Abstand eingehalten. Die Kollegen der Krankenschwester wurden bereits getestet und sind alle negativ. Die Ansteckung fand also möglicherweise nicht am Arbeitsplatz statt. 

Das sagt ein Virologe dazu

Virologe Prof. Norbert Nowotny erklärt im Gespräch mit "Heute": "Die Schutzwirkung beim Impfstoff von BioNTech/Pfizer beläuft sich auf 95 Prozent. Das heißt, fünf von hundert Geimpften können sich nach wie vor infizieren. Einen Monat nach der Impfung sollte die volle Schutzwirkung gegeben sein, das heißt es muss sich hier um Ausreißer in der Statistik handeln." Kurz gesagt: Die beiden Linzerinnen hatten wohl einfach Pech. 

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