Bei einer Waffenkontrolle in Berngau im Landkreis Neumarkt sind am Donnerstag zwei Beschäftigte des Landratsamtes tödlich verletzt worden. Nach einem mehrstündigen Polizeieinsatz wurde der mutmaßliche Schütze am frühen Freitagmorgen festgenommen. Dabei wurde er durch Polizeischüsse am Bein verletzt. Der genaue Ablauf und das Tatmotiv sind bislang unklar.
Gegen 14 Uhr gingen bei der Einsatzzentrale der Polizei Oberpfalz und der Integrierten Leitstelle mehrere Meldungen über schussähnliche Geräusche ein. Ein Großaufgebot der Polizei rückte daraufhin zu einem Wohnhaus in der Kirchenstraße aus.
Vor dem Gebäude fanden Einsatzkräfte einen leblosen Mann auf dem Boden. Als sich die Beamten ihm näherten, war er bereits tot. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um einen 45-jährigen Mitarbeiter des Landratsamtes Neumarkt. Er war gemeinsam mit einer 54-jährigen Kollegin zu einer routinemäßigen Waffenkontrolle bei dem späteren Tatverdächtigen erschienen. Die Kontrolle erfolgte im Zusammenhang mit legalem Waffenbesitz. Im weiteren Verlauf fielen Schüsse.
Die Polizei umstellte das Gebäude und sperrte den Bereich weiträumig ab. Neben Spezialkräften des SEK kamen gepanzerte Fahrzeuge, ein Polizeihubschrauber und eine Polizeidrohne zum Einsatz. Die Bevölkerung im Bereich Berngau wurde während des Einsatzes aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben.
Der Tatverdächtige meldete sich telefonisch bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberpfalz. In den Gesprächen erklärte er nach Polizeiangaben, dass er sich in seiner Wohnung befinde, Schusswaffen besitze und geschossen habe. Zudem kündigte er an, nicht widerstandslos aufgeben zu wollen. Spezialisten für Einsatzkommunikation standen mit ihm telefonisch in Kontakt.
Bei Sicherungsmaßnahmen innerhalb des Gebäudes entdeckten Spezialkräfte eine weitere leblose Person. Gegen 22.30 Uhr wurde die Leiche der 54-jährigen Mitarbeiterin aus dem Haus geborgen. Nach Angaben der Polizei spricht die Auffindesituation dafür, dass die Frau bereits im Zusammenhang mit den zu Einsatzbeginn gemeldeten Schüssen tödlich verletzt worden war.
Am Freitag drangen Polizeikräfte gegen 02.20 Uhr in das Gebäude ein. Dabei überwältigten sie den mutmaßlichen Schützen und nahmen ihn fest. Wie die Polizei bestätigte, wurde der Mann bei der Festnahme durch Schüsse von Polizeikräften ins Bein verletzt. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 60-jährigen Deutschen.
Wie sich das Geschehen im Einzelnen abspielte und welches Motiv der Mann hatte, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Diese führt die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth.