Im Zuge des umstrittenen Vorgehens der US-Armee gegen Drogenschmuggel sind bei einem erneuten Angriff auf ein mutmaßliches Drogenboot in der Karibik zwei Menschen getötet worden.
Sechs Menschen hätten den Angriff überlebt, erklärte das für Lateinamerika zuständige US-Südkommando Southcom am Sonntag (Ortszeit) im Onlinedienst X. Das Boot sei Geheimdiensterkenntnissen zufolge auf bekannten Schmuggelrouten in der Karibik unterwegs gewesen.
Southcom erklärte, es habe die US-Küstenwache über die "sechs männlichen Überlebenden" informiert. Die US-Armee machte keine weiteren Angaben zum Zustand der Überlebenden oder deren Rettung.
Die US-Armee hatte Anfang September den Militäreinsatz "Southern Spear" begonnen. US-Präsident Donald Trump erklärt, Washington befinde sich faktisch im Krieg mit Drogenkartellen in Lateinamerika.
Seit Beginn des Einsatzes wurden nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP inzwischen mindestens 206 Menschen bei Angriffen auf Boote in der Karibik und im östlichen Pazifik getötet.
Die US-Regierung hat bislang jedoch keine eindeutigen Belege dafür vorgelegt, dass die angegriffenen Schiffe tatsächlich in den Drogenhandel verwickelt waren.
Juristen und Menschenrechtsgruppen kritisieren, die Angriffe könnten außergerichtliche Tötungen darstellen, weil sie sich offenbar gegen Zivilisten richteten, die keine unmittelbare Bedrohung für die USA darstellten.