Die US-Armee hat bei einem Einsatz im Ostpazifik erneut ein mutmaßliches Drogenschmuggler-Boot angegriffen. Dabei wurden nach Angaben des US-Südkommandos zwei Männer getötet, eine Person überlebte.
Das für Lateinamerika und die Karibik zuständige Südkommando der US-Streitkräfte (Southcom) erklärte am Freitagabend auf X, das Boot sei laut Geheimdienstinformationen "entlang bekannter Drogenschmuggelrouten" unterwegs gewesen und "von als terroristisch eingestuften Organisationen" betrieben worden.
Nähere Informationen zu dem Überlebenden gab die US-Armee nicht bekannt. Laut Southcom wurde die US-Küstenwache verständigt, um einen Such- und Rettungseinsatz einzuleiten.
Mit dem jüngsten Angriff steigt die Zahl der Todesopfer bei diesen Einsätzen laut den Angaben auf mindestens 192. Seit September des vergangenen Jahres greift die US-Armee immer wieder Schiffe im Pazifik und in der Karibik an, die angeblich in Drogenschmuggel verwickelt sein sollen.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump verteidigt das Vorgehen mit dem Verweis auf einen Krieg gegen sogenannte "Narko-Terroristen" in Lateinamerika.
Kritik an den Einsätzen gibt es jedoch seit Monaten. Washington habe bislang keine eindeutigen Beweise dafür vorgelegt, dass es sich bei den Getöteten tatsächlich um Drogenschmuggler gehandelt habe. Laut Behörden und Angehörigen sollen sich unter den Opfern auch Fischer befinden.
Mehrere Experten sowie Vertreter der Vereinten Nationen bewerten die Angriffe deshalb als mögliche völkerrechtswidrige außergerichtliche Hinrichtungen.