Heftige Unwetter haben den Osten Spaniens ins Chaos gestürzt! Straßen verwandeln sich in reißende Flüsse, Autos werden von den Wassermassen mitgerissen, Häuser stehen unter Wasser. Besonders schlimm trifft Sturmtief "Adam" die beliebten Urlaubsregionen Valencia und Alicante. Auch auf Mallorca sorgt das Unwetter für Alarm.
Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, fallen in der Gemeinde Pego innerhalb von nur 24 Stunden mehr als 700 Liter Regen pro Quadratmeter. Im Küstenort Oliva sind es laut dem spanischen Wetterdienst Aemet über 530 Liter.
Zum Vergleich: Das ist laut der Österreichischen Unwetterzentrale doppelt so viel wie in Wien seit Jahresbeginn insgesamt.
Die Folgen sind dramatisch. Zahlreiche Menschen sitzen in überfluteten Häusern fest. Einige können sich nur noch auf die Dächer retten und müssen dort auf Hilfe warten. Feuerwehr, Rettungskräfte und Soldaten stehen im Dauereinsatz.
Besonders angespannt ist die Situation in Oliva, rund 70 Kilometer südlich von Valencia. Laut Bürgermeisterin Yolanda Pastor müssen etwa 2.000 Menschen sieben Campingplätze verlassen.
In mehr als 40 Gemeinden der Provinzen Valencia und Alicante fällt der Schulunterricht aus. Die Regionalregierung hat die zweithöchste Notfallstufe ausgerufen.
Das Unwetter fordert auch Menschenleben. Bereits am Wochenende kommen zwei Frauen infolge der heftigen Regenfälle ums Leben. Eine stirbt in Sagunto nördlich von Valencia, die andere im katalanischen Cabrera de Mar.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez warnt vor der weiterhin gefährlichen Lage. Die Bevölkerung soll unnötige Wege vermeiden. Besonders in schwer erreichbaren Gebieten dauern die Rettungsarbeiten an.
Auch auf den bei Österreichern beliebten Balearen herrscht Ausnahmezustand. Auf Mallorca gilt in der Nacht auf Montag zeitweise die höchste Unwetterwarnstufe Rot.
Auf Mallorca, Ibiza und Formentera fällt vorsorglich der Schulunterricht aus. Auf Ibiza treiben Müllcontainer durch überflutete Straßen. Sogar die wichtigste Zufahrtsstraße zum Flughafen muss gesperrt werden.
Für Urlauber hat das massive Folgen: Zahlreiche Flüge werden gestrichen, umgeleitet oder verspäten sich. Auch auf Mallorca streicht der Flughafenbetreiber Aena Dutzende Verbindungen.
Immerhin gibt es für Mallorca eine vorsichtige Entwarnung. Trotz der höchsten Warnstufe melden die Rettungsdienste auf der Insel lediglich drei kleinere Zwischenfälle.
Im Laufe des Montags sollen die heftigen Regenfälle in Valencia, Alicante und auf den Balearen allmählich nachlassen. Das Unwetter zieht laut Prognosen weiter in Richtung Katalonien.