Südkorea erschüttert

11. Februar 2018 02:43; Akt: 11.02.2018 04:07 Print

Stärke 4,8! Ein Erdbeben weckt die Olympia-Stars

von G. Richter, Pyeongchang - Unangenehmer Weckruf in Pyeongchang! Ein heftiges Erdbeben erschüttert die Gastgeber-Nation Südkorea. "Heute" hat den Report.

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Vonn, Svindal, Björgen und Co. - diese Ausnahmesportler sind ihren Disziplinen kaum zu schlagen und wollen den rot-weiß-roten Athleten in Pyeongchang das Leben schwer machen. Die 33-jährige US-Amerikanerin ist die große Gejagte in den Speed-Bewerben der Ski-Damen. Vor den Olympischen Spielen zeigte sie sich in exzellenter Form, nach ihrem Double in Garmisch hält sie bei unglaublichen 81 Weltcupsiegen. 2010 eroberte sie bei den Olympischen Spielen in Vancouver bereits Gold in der Abfahrt und Bronze im Super-G, 2014 in Sotschi musste sie verletzt passen. Aksel-Lund Svindal (Ski Alpin): Norwegens "Super-Elch" hat bereits Olympia-Gold, Silber und Bronze eingesammelt. Doch das geschah alles bereits bei den Spielen 2010 in Vancouver, 2014 ging er trotz der Rolle des Topfavoriten leer aus. Mit seinen 35 Jahren greift der charismatische Speed-Spezialist jetzt wohl zum letzten Mal nach Edelmetall bei Olympia. Der zweite "Super-Elch" im Team der Norweger. Der 23-Jährige liefert sich die ganze Saison bereits ein packendes Duell mit ÖSV-Superstar Marcel Hirscher, das jetzt bei Olympia im Slalom- und Riesentorlaufbewerb seine Fortsetzung finden wird. Mikaela Shiffrin (Ski Alpin): Mit 18 Jahren kürte sich die US-Amerikanerin bei den Olympischen Spielen 2014 zur jüngsten Slalom-Olympiasiegerin aller Zeiten. Vier Jahre später führt am Weg zu Gold erneut kein Weg an ihr vorbei - egal ob im Slalom oder Riesentorlauf. Ein Bild mit Symbol-Charakter: Der Franzose lässt im Biathlon regelmäßig das Feld hinter sich. Als erster Skijäger der Geschichte triumphierte er sechs Mal in Folge im Gesamt-Weltcup. Zwei Mal Olympia-Gold und zwei Mal Silber schmücken bereits seinen Trophäenvitrine - in Pyeongchang will der 29-Jährige seine imposante Sammlung jetzt noch erweitern. Shaun White (Snowboard Freestyle): Der 31-jährige US-Amerikaner ist DER Superstar der Snowboard-Szene. 2006 und 2010 holte er bereits Olympia-Gold in seiner Paradedisziplin Halfpipe, nach dem enttäuschenden vierten Platz 2014 will er jetzt ganz oben auf dem Stockerl landen. Die Form passt: Die Qualifikation sicherte sich White mit einem Traumlauf, der ihm die Maximalpunktzahl von 100 einbrachte. Die 37-jährige Norwegerin hat bereits sechs Olympiasiege auf ihrem Konto. In Pyeongchang will sie jetzt ihre Landsleute Daehlie und Björndalen, die mit acht Mal Olympia-Gold noch die erfolgreichsten Winter-Olympioniken aller Zeiten sind. Kamil Stoch (Skispringen): Der Pole vollbrachte der Vierschanzentournee als zweiter Athlet der Geschichte das Kunstück, alle vier Konkurrenzen zu gewinnen. Mit dem Deutschen Richard Freitag liefert er sich bereits die gesamte Saison über ein Privatduell, das jetzt bei Olympia seine Fortsetzung finden wird. Laura Dahlmeier (Biathlon): Die 24-Jährige ist Deutschlands größte Gold-Hoffnung. Bei der WM 2017 lief und schoss sie sich zu fünf (!) Goldmedaillen. Bei der Olympia-Generalprobe im Vorjahr gewann sie ebenfalls beide Einzelrennen in Pyeongchang. Sven Kramer (Eisschnellauf): In Österreich nur Insidern bekannt, ist der 30-Jährige in seiner Heimat Holland einer der größten Superstars. Mit 28 WM-Titeln ist er Rekord-Weltmeister, auch bei Olympia lief er bereits drei Mal zu Gold. Jetzt ist er der haushohe Favorit über die 5.000- und 10.000-Meter-Rennen.

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Pyeongchang, genauer gesagt Phoenix Snow Park, 5.03 Uhr morgens. Der "Heute"-Reporter wird aus dem Schlaf gerissen. Das Bett wackelt, die Wände auch. Was ist der Grund? Einbildung? Rüttelt der heftige Wind derartig am Hotel? Bricht das ohnehin wackelige Bett nun endgültig auseinander? Eine Katastrophe wäre jedenfalls ein Problem, denn der Fluchtweg aus dem 12. Stock des Orient Resort Hotels ist weit. Nach einigen Sekunden ist der Spuk aber vorbei. Nachlauschen: alles ruhig. Doch nach einiger Zeit wird klar, was passiert ist.

Leichte Schäden

Wenig später im Autobus zum Main Press Center. Wie immer ist der riesige Flatscreen über dem Fahrer angedreht, die koreanischen Frühnachrichten laufen. Landkarten von Südkorea sind eingeblendet. Rote Kreise markieren eine Stelle im Osten des Landes. Es sind Straßen zu sehen, durch die Risse laufen. Dazu Geschäfte, bei denen die Auslagen zerstört sind. Also doch keine Einbildung, ein Erdbeben.

Nachbeben möglich

Südkoreas Regierung bestätigt: Es handelte sich um ein Beben der Stärke 4,8 auf der Richter-Skala. Das Epizentrum lag 170 Kilometer von Pyeongchang entfernt in 14 Kilometer Tiefe im Osten des Landes. Die Schwingungen waren tatsächlich bis weit über die Region hinaus zu spüren. "Es handelt sich um die Folge eines Erdbebens, das hier am 15. November 2017 zu spüren war", geben die Behörden bekannt. Die Schäden dürften gering ausgefallen sein. Doch eine Warnung bleibt aufrecht: "Weitere Nachbeben sind in der Region möglich."


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