Der Föderalismus sorgt bei der zehnjährigen Melanie G. für bittere Tränen.
Das Mäderl wohnt in Ostermiething, einer Gemeinde im Innviertel mit rund 3.000 Einwohnern. Nur fünf Kilometer von der Salzburger Landesgrenze entfernt ist der Ort eng mit dem Nachbarbundesland verbunden – nicht zuletzt mit einem Anschluss an die Salzburger Lokalbahn. Diese ist es auch, die die Bewohner in die nächstgrößeren Orte Bürmoos oder Lamprechtshausen hinter der "Grenze" bringt.
Durchaus praktisch also, dass ausgerechnet im nur neun Kilometer entfernten Lamprechtshausen eine Musikmittelschule liegt. Melanie spielt leidenschaftlich Klavier, ihr größter Wunsch wäre es deswegen, dort zur Schule gehen zu können. Die Aufnahmeprüfung hat sie bereits bestanden, doch dann der große Schock.
Wie in der ORF2-Sendung "Bürgeranwalt" (Ausstrahlung Samstag, 18 Uhr) berichtet wird, ist für Melanie der Schulbesuch in Lamprechtshausen nicht möglich. In Ostermiething (OÖ) gibt es nämlich einen Gemeinderatsbeschluss, der vorsieht, dass die Gemeinde die Kosten für einen Schulbesuch außerhalb des Bundeslandes nicht übernimmt.
Ein Besuch im 200 Kilometer entfernten Bezirk Perg wäre also kein Problem, im neun Kilometer entfernten Lamprechtshausen schon, weil das in einem anderen Bundesland liegt. Hilfesuchend hat sich die Familie deshalb an Volksanwalt Christoph Luisser gewandt, denn die Musikschule würde die Familie pro Schuljahr rund 2.000 Euro kosten. Dieser kämpft nun um eine Lösung.
Es ist nicht der einzige, Kopfschütteln hervorrufende Fall, der diesen Samstag in "Bürgeranwalt" behandelt wird. Die zweite Causa führt das Team von Peter Resetarits nach Wien: Seit dem Jahr 1978 befand sich vor dem Betriebsgebäude einer Stempelwarenfabrik im 21. Bezirk eine Halte- und Parkverbotszone mit der Zusatztafel "ausgenommen Zustelldienste". Am 17. November vergangenen Jahres wurde diese Ausnahme ohne Vorankündigung plötzlich aufgehoben.
Seither ist es unmöglich, vor der Firma LKW zu be- oder entladen. Ing. J., Geschäftsführer des Unternehmens, wurde vom Magistrat mitgeteilt, dass sein Unternehmen bereits seit rund 20 Jahren geschlossen sei. Auch er hat sich an Volksanwalt Christoph Luisser gewandt. Der Leiter der MA 46 hat auf Sendung bereits versprochen, dass rasch eine neue Ladezone vor dem Unternehmen errichtet werde. "Bürgeranwalt" hat nun nachgefragt, ob das in der Zwischenzeit auch tatsächlich passiert ist.
Dietmar R. von der Fernwärmegenossenschaft St. Salvator wollte eigentlich nur eine Bedienungsanleitung für seinen neuen PC aus dem Internet herunterladen – da erschien plötzlich diese Meldung auf dem Bildschirm: "Es hat einen Hackerangriff auf Ihren Computer gegeben, kontaktieren Sie sofort die Hotline" – angegeben war eine Wiener Telefonnummer.
Herr R. rief dort an, eine freundliche Dame verschaffte sich dann unter dem Vorwand, Trojaner und Viren von seinem PC zu entfernen, Zugang zu seinem PC und zum Online-Konto der Fernwärmegenossenschaft. Mehr als 70.000 Euro wurden auf deutsche und zyprische Konten abgebucht.
Obwohl die Genossenschaft, noch während das Ganze im Gange war, das Konto sperren ließ, waren die meisten Buchungen nicht mehr rückgängig zu machen. Wer zahlt den Schaden? Dazu diskutiert eine hochkarätige Runde in der Sendung "Bürgeranwalt".