Die "Heute"-Story über eine horrende Stromrechnung für eine kaum genutzte Werkstatt schlägt Wellen. Alfred Schmied aus dem Bezirk Hollabrunn (NÖ) ging in Pension, sein Unternehmen, ein Sägewerk, "liquidierte" er. Die Räumlichkeiten nutzt er nur sehr sporadisch, um Kleinigkeiten zu "basteln". Meist wird hier nur Brennholz geschnitten.
Vor einigen Tagen kam allerdings per Post der große Schock: die Jahresabrechnung Strom. Alfred Schmied hat einen wirklich geringen Verbrauch von genau 19,8 kWh (ein normaler Haushalt hat etwa 2.500 kWh), doch laut Rechnung wurden von ihm dafür 825,17 Euro verlangt.
"Ich hab fast einen Herzinfarkt bekommen, das ist nicht zu glauben", regt sich Schmied auf. Er wolle es sich "nicht gefallen lassen", sagt er zu "Heute", "die hätten mich vorab informieren sollen."
Der Bericht blieb auch von der Landespolitik nicht unbemerkt. "Wenn ein Pensionist aus Niederösterreich für knapp 20 kWh Strom 825 Euro zahlt, ist das pure Abzocke", sagt Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer (FPÖ), "das heißt über 100 Euro für eine warme Dusche."
Landbauer zu den Energiekonzernen: "Kundenorientierung, Transparenz und Kostenklarheit sieht ganz anders aus, wenn der Pensionist beim Öffnen der Rechnung aus allen Wolken fällt."
Seine Forderung: "Billiger Strom, klare Tarife, langfristige Sicherheit, ohne Taschenspielertricks, ohne Tarifdschungel, ohne angeblich lukrative Superangebote. Genau das muss die EVN liefern, alles andere ist nur das Fortsetzen der Abzocke zulasten der Niederösterreicher."
"Heute" kontaktierte die EVN. Mit Bedauern stellen sie fest, dass der Kunde noch einen Betriebsvertrag hat: "Die Rechnung ist leider der Höhe nach korrekt. Auf der Netznutzungsebene unseres Gewerbekunden beträgt die behördlich festgelegte Erneuerbaren-Förderpauschale 553,36 Euro pro Jahr. Dieses Geld wird vom Gesetzgeber zur Förderung von Ökostromanlagen eingehoben, es verbleibt nicht bei der EVN."
Das Angebot: Man werde in Kontakt treten und einen passenden Tarif finden.