Die Post brachte richtig schlechte Nachrichten für Alfred Schmied, beruhigt hat er sich bis jetzt nicht. Der Pensionist bekam die Jahresabrechnung für den Stromverbrauch seiner Werkstatt – früher war hier sein Sägewerk, doch seit vier Jahren ist der Betrieb stillgelegt.
"Ich bin dort nur für kleine Bastelarbeiten, oder wenn ich Brennholz schneide", sagt der Niederösterreicher (Bezirk Hollabrunn) zu "Heute". Bisher war seine Stromrechnung lächerlich gering, er machte sich kaum Gedanken darüber. Auch in dem vergangenen Jahr war er kaum dort.
Doch diesmal sollte er für einen Verbrauch von exakt 19,8 kWh (ein normaler Haushalt verbraucht im Jahr etwa 2.500 kWh) unerklärliche 825,17 Euro bezahlen!
"Ich hab fast einen Herzinfarkt bekommen, das ist nicht zu glauben", regt sich Schmied auch noch am nächsten Tag auf. "Ich habe ja kaum einen Stromverbrauch, die hätten mich vorab informieren müssen!" Und dann sagt der resolute Mann: "Das lasse ich mir nicht gefallen!"
"Heute" hat sich an den Stromanbieter EVN gewandt. Uns wird erklärt: "Der große Brocken geht an die Republik, das ist die Erneuerbaren-Förderpauschale."
Doch leider, so der Sprecher weiter: "Die Rechnung ist leider der Höhe nach korrekt. Auf der Netznutzungsebene unseres Gewerbekunden beträgt die behördlich festgelegte Erneuerbaren-Förderpauschale 553,36 Euro pro Jahr. Dieses Geld wird vom Gesetzgeber zur Förderung von Ökostromanlagen eingehoben, es verbleibt nicht bei der EVN. Meine dringende Empfehlung an unseren Kunden wäre ein Antrag an die Netz NÖ auf Wechsel der Netzebene in die Haushaltsebene."
Das Absurde: Er würde statt der Mega-Summe nur mehr 19 Euro bezahlen müssen!
Die Kosten sind extrem, laut tarife.at, würde ein Haushalt mit einem so geringen Verbrauch nur etwa 160 Euro auf der Rechnung stehen haben.