Es sind Bilder, die erschüttern: In einem Schweinebetrieb im Bezirk Hollabrunn sollen Tiere geschlagen und mit Elektroschockern gequält worden sein. Aufnahmen des Vereins Gegen Tierfabriken (VGT) zeigen sogar einen Mitarbeiter, der auf die Tiere uriniert – "Heute" berichtete.
Auslöser waren Videoaufnahmen, die der Verein gegen Tierfabriken (VGT) im November veröffentlicht hatte. Die Bilder führten zu amtlichen Kontrollen der Bezirkshauptmannschaft, zudem läuft ein Verwaltungsverfahren wegen Verstößen gegen das Tierhaltegesetz.
Im Zuge der Untersuchungen wurde ein umfassender Maßnahmenkatalog erstellt. Laut Bezirkshauptmann Karl-Josef Weiss wurden etwa 20 kurz- und langfristige Vorgaben formuliert. Diese betreffen unter anderem Schulungen für Mitarbeiter, bessere Hygiene, mehr Beschäftigungsmaterial für Tiere sowie mehr Licht und bessere Belüftung.
Der Betreiber des Schweinehofs zeigte sich gegenüber den Behörden "kooperativ und sehr bemüht". Zunächst hatte er die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt: "Der VGT ist eine Organisation, der kein Gehör geschenkt werden sollte. (…) Sie will nur Menschen fertigmachen, Leute fertigmachen, Betriebe fertigmachen." Mit den Beweisbildern des VGT kam dann doch die Einsicht. Nun betont er, Tierwohl müsse "zu 100 Prozent umgesetzt werden".
Auch intern habe der Betrieb reagiert. Mitarbeiter seien "umgehend freigestellt und mit einem Betretungsverbot belegt" worden. Das Tierwohl sei "trotz des zutiefst schockierenden und nicht zu relativierenden Einzelfalls immer sichergestellt worden", erklärte der Betreiber.
Trotzdem zog die Agrarmarkt Austria (AMA) Konsequenzen. Mit dem Betrieb gebe es "keine aufrechte Vertragsbeziehung" mehr, teilte eine Sprecherin laut "ORF NÖ" mit. Eine Kündigung bedeutet, dass es keine Frist für eine mögliche Rückkehr ins AMA-System gibt.
Parallel dazu ermittelt die Staatsanwaltschaft Korneuburg wegen möglicher Tierquälerei gegen vier ehemalige Mitarbeiter. Ob Anklage erhoben wird, ist noch offen.