Manipulierte Registrierkassen: Vor wenigen Tagen kam dieser Betrug in Österreich ans Licht – wir berichteten. Zwei Branchenvertreter des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Niederösterreich (SWV NÖ) äußern nun eine Warnung vor Generalverdacht. Sie wollen Fairness für die Gastronomen, die steuerehrlich sind. Dennoch würden sie die betrügerischen Taten aufs Schärfste verurteilen.
Markus Dienstbier, Branchenvertreter des SWV NÖ in der Gastronomie in der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ), erklärt: "Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt. Wer manipuliert, schadet nicht nur dem Staat, sondern vor allem den eigenen Kollegen, die sich an alle Regeln halten."
Weiters erläutert er: "Aber wir müssen die Kirche im Dorf lassen und die Zahlen in Relation setzen."
Die SWV NÖ schreibt von circa 20 Hausdurchsuchungen laut Medienberichten (Anm. d. Redaktion: "Heute" sind 50 Hausdurchsuchungen und mehr als 20 Beschuldigte bekannt). Diese 20 würden gegenüber von 60.000 aktiven Gastgewerbeberechtigungen in Österreich stehen.
"Wir sprechen hier von nicht einmal 0,1 Prozent der Betriebe, die potenziell in kriminelle Handlungen verwickelt sind. Das bedeutet im Umkehrschluss: 99,9 Prozent unserer Wirtinnen und Wirte arbeiten sauber, ehrlich und hart. Es ist absolut inakzeptabel, dass wegen einigen wenigen 'schwarzen Schafen' nun zehntausende fleißige Unternehmerinnen und Unternehmer in ein schiefes Licht gerückt werden", so Dienstbier.
Auch Romana Spitzbart-Kleewein, Branchenvertreterin des SWV NÖ im Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKNÖ, äußert sich dazu: "Gerade in Zeiten, in denen die Gastronomie mit Personalmangel, Teuerung und Bürokratie kämpft, ist dieser Betrug ein Schlag ins Gesicht für alle, die jeden Tag korrekt abrechnen. Verantwortung beginnt im eigenen Betrieb. Das ist unser Credo. Aber es ist unfair gegenüber den vielen Betrieben, die sauber arbeiten, wenn jetzt medial ein Generalverdacht konstruiert wird."
SWV NÖ fordere ein, dass es lückenlos aufgeklärt wird sowie die wirklichen Betrüger die Konsequenzen tragen sollen – das würde sich besonders auch an die Software-Hersteller der manipulierten Registrierkassen richten. Die Reputation von der Gastronomie in Österreich solle dabei aber nicht pauschal geschädigt werden.
Dienstbier und Spitzbart-Kleewein sind sich einig: "Betrug zahlt sich nicht aus und verzerrt den Wettbewerb zu Lasten der Ehrlichen. Wir stehen hinter jedem Wirt und jeder Wirtin, die ihre Steuern zahlen und unser Land am Laufen halten."