Nach dem verheerenden Waldbrand in St. Egyden am Steinfeld (Bezirk Neunkirchen) gibt es jetzt eine überraschende Spur zur Brandursache. Die Polizei geht davon aus, dass jahrzehntealte Munitionsreste das Feuer ausgelöst haben dürften.
Der Brand war am Mittwoch, dem 5. August, gegen 16 Uhr ausgebrochen und hatte sich in weiterer Folge auf mehr als 100 Hektar ausgebreitet. Ein Großaufgebot der Feuerwehr kämpfte gegen die Flammen. Auch Hubschrauber der Flugpolizei, des Bundesheeres und privater Unternehmen waren im Einsatz.
Mittlerweile konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. Die Arbeit für die Einsatzkräfte ist damit aber noch lange nicht vorbei. Einzelne Glutnester müssen weiterhin bekämpft werden, die Löscharbeiten dürften noch mehrere Tage dauern.
Die Ermittler konnten den Bereich, in dem das Feuer seinen Ausgang genommen haben dürfte, inzwischen auf rund einen halben Hektar eingrenzen. Und genau dort stößt die Polizei auf eine brisante Vergangenheit.
Während des Zweiten Weltkriegs befand sich in diesem Gebiet eine Munitionsfabrik. Gegen Ende des Krieges wurde die Anlage gesprengt. Dabei soll phosphorhaltige Munition im Gelände verteilt worden sein.
Über Jahrzehnte dürfte diese Munition durch Witterungseinflüsse zersetzt worden sein. Wird dabei Phosphor freigelegt und kommt mit Luftsauerstoff in Kontakt, kann eine chemische Reaktion einsetzen: der Stoff entzündet sich selbst.
Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen gilt genau dieser Vorgang mit hoher Wahrscheinlichkeit als Ursache für den gewaltigen Waldbrand.