Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente hat seinen Rücktritt angekündigt. Nach zwei verheerenden Zugkatastrophen innerhalb weniger Monate mit insgesamt 115 Todesopfern will der Politiker sein Amt niederlegen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Wann genau Puente zurücktreten wird, ist noch offen.
Vor Abgeordneten erklärte der Minister, dass er nach den beiden Unglücken keine andere Möglichkeit mehr sehe. "Ein Verkehrsminister in einem Land wie Spanien kann nach zwei Unfällen dieser Schwere innerhalb von weniger als einem Jahr nicht im Amt bleiben", sagte Puente laut Reuters.
Er habe seine Aufgaben zunächst weiter wahrgenommen, um die Folgen der jüngsten Katastrophe zu bewältigen und notwendige Maßnahmen einzuleiten.
Erst am vergangenen Mittwoch (28. Oktober) waren bei einem Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge in der zentralspanischen Region Kastilien-La Mancha 69 Menschen ums Leben gekommen.
Bereits im Jänner hatte eine weitere Zugkatastrophe Spanien erschüttert. Bei Adamuz in Andalusien war ein Hochgeschwindigkeitszug entgleist und mit einem entgegenkommenden Zug kollidiert. 46 Menschen verloren dabei ihr Leben.
Die beiden Unglücke hatten massive Kritik am Verkehrsministerium ausgelöst. Zuletzt wurden die Forderungen nach einem Rücktritt Puentes immer lauter. Nun zieht der Minister die politischen Konsequenzen. Einen konkreten Termin für seinen Abschied aus der Regierung nannte er allerdings nicht.