Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko sorgt mit einer überraschenden Prognose zum Ukraine-Krieg für Aufsehen. Bei der vierten Internationalen Konferenz für Eurasische Sicherheit in Minsk erklärte der 72-Jährige am Dienstag (3. November), dass der Krieg seiner Einschätzung nach schon in wenigen Monaten vorbei sein könnte.
"Der Krieg in der Ukraine wird in den kommenden Monaten zu Ende sein. Das ist meine persönliche Meinung", erklärte Lukaschenko. Seine Begründung: "Es gibt keine Kraft mehr, keine Ressourcen mehr, alle sind müde."
Konkrete Hinweise auf ein bevorstehendes Kriegsende lieferte der enge Verbündete des russischen Präsidenten Wladimir Putin allerdings nicht. Auch unter welchen Bedingungen die Kämpfe beendet werden könnten, ließ er offen.
Gleichzeitig schlug der belarussische Machthaber deutlich alarmierendere Töne an. Sollte es nicht gelingen, den Krieg zu beenden, drohe eine weitere Eskalation mit dramatischen Folgen. "Wenn wir nicht aufhören und den Weg der Eskalation weitergehen, werden wir mit Sicherheit in einem Dritten Weltkrieg landen", warnte Lukaschenko.
Eine friedliche Lösung sei deshalb alternativlos. Belarus sei auch bereit, mögliche Friedensgespräche auszurichten. "Wenn ihr eine Einigung erzielen wollt, dann kommt bitte nach Minsk", erklärte er.
Überraschend äußerte sich Lukaschenko auch über US-Präsident Donald Trump. Dessen Politik polarisiere zwar die Welt und stoße auf berechtigte Kritik. Gleichzeitig trage Trump aber dazu bei, einen Dritten Weltkrieg zu verhindern.
Der US-Präsident verdiene deshalb sogar den Friedensnobelpreis, behauptete Lukaschenko. Europa warf er hingegen vor, mit seiner Aufrüstung und seiner Politik gegenüber Russland die Spannungen weiter zu verschärfen.
Belarus gilt als einer der engsten Verbündeten Russlands. Lukaschenko stellte sein Land zu Beginn der russischen Großinvasion 2022 als Aufmarschgebiet für russische Truppen zur Verfügung. Die belarussische Armee beteiligt sich allerdings nicht direkt mit eigenen Kampftruppen an der Invasion.
Trotz seiner optimistischen Prognose bleibt die Lage in der Ukraine dramatisch. Russland setzt seine Angriffe fort, ein konkreter Zeitplan für ein Ende der Kämpfe ist nicht in Sicht.
Ob Lukaschenkos Vorhersage tatsächlich eintritt, ist daher völlig offen. Fest steht nur: Der belarussische Machthaber selbst spricht ausdrücklich von seiner persönlichen Einschätzung und nicht von einer bereits vereinbarten Friedenslösung.