Eine öffentliche Stellungnahme zu Vorwürfen, die öffentlich noch gar nicht bekannt sind: Der deutsche Politiker Boris Palmer (54) sorgt am Dienstag mit einer ungewöhnlichen Erklärung für Aufsehen.
Der parteilose Oberbürgermeister von Tübingen wehrt sich gegen Vorwürfe sexueller Belästigung und kündigt rechtliche Schritte an. Dabei weiß die Öffentlichkeit noch gar nicht, worum es eigentlich geht.
Der kuriose Hintergrund: Bis zu Palmers Erklärung hatte noch kein Medium über die konkreten Anschuldigungen berichtet. Weder ist bekannt, wer die Vorwürfe erhebt, noch, was genau passiert sein soll. Trotzdem sieht sich der 54-Jährige offenbar gezwungen, öffentlich Stellung zu beziehen.
"Aus Anlass eines gegen mich erhobenen Vorwurfs, der einige Medien erreicht hat und mein Privatleben betrifft, sehe ich mich gezwungen, mich hierzu in aller gebotenen Kürze öffentlich zu erklären", lässt Palmer wissen.
Seine Botschaft ist unmissverständlich: "Die Vorwürfe sind haltlos. Ich werde mich hiergegen zur Wehr setzen und lasse rechtliche Schritte prüfen."
Die bislang unbekannten Anschuldigungen haben für Palmer bereits erste Konsequenzen. Der Politiker erklärte gegenüber dem Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, dass er sein Ehrenamt für Staatsmodernisierung und Verwaltungsvereinfachung vorerst ruhen lassen werde. Erst wenn die Vorwürfe aufgeklärt sind, will er die Tätigkeit wieder aufnehmen.
Gleichzeitig bittet Palmer darum, seine Privatsphäre und insbesondere jene seiner Familie zu respektieren. Weitere Erklärungen werde er derzeit nicht abgeben.