Brisante Enthüllungen nach dem tödlichen Terrorangriff vor der israelischen Botschaft in Belgrad in der Vorwoche: Der von der Polizei erschossene Islamist Dario N. (18) war den deutschen Sicherheitsbehörden bereits bekannt.
Nur wenige Monate zuvor soll der junge Serbe einen Anschlag auf das Jüdische Museum in München vorbereitet haben. Statt einer längeren Haftstrafe wurde er in seine Heimat abgeschoben.
Der 18-Jährige hatte seit 2022 bei seinem Vater in München gelebt. Dort soll er zum Islam konvertiert sein und sich zunehmend radikalisiert haben. Schließlich geriet er ins Visier der deutschen Terrorermittler.
Wie nun bekannt wurde, soll der damals noch 17-Jährige den St.-Jakobs-Platz in München ausgespäht haben. Dort befinden sich das Jüdische Museum und die Hauptsynagoge der Stadt. Außerdem soll er versucht haben, sich Waffen für einen Anschlag zu besorgen.
Laut Oberstaatsanwalt Sebastian Murer soll der Jugendliche zudem Symbole der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Internet verbreitet und sich eine Anleitung für ein Attentat beschafft haben.
Am 22. Juni 2026 wurde Dario N. festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht. Doch bereits am 24. Juli wurde der nicht vorbestrafte Jugendliche nach Serbien abgeschoben. Dort lebte seine Mutter.
Am 27. Oktober verschwand der junge Mann plötzlich aus seinem Heimatdorf Bela Reka. Seine Angehörigen suchten in sozialen Netzwerken nach ihm.
Sein Vater berichtete serbischen Medien, dass sein Sohn zum Haareschneiden aufgebrochen und anschließend nicht mehr nach Hause gekommen sei. Die Familie verständigte die Polizei. Nur wenige Stunden später tauchte Dario N. rund 90 Kilometer entfernt in Belgrad wieder auf.
In der Nacht auf den 28. Oktober näherte sich der 18-Jährige gegen 0.15 Uhr der israelischen Botschaft. Er war vollständig schwarz gekleidet und mit zwei Messern bewaffnet.
Mit dem Ruf "Allahu Akbar" stürzte er sich auf einen Polizisten, der die diplomatische Vertretung bewachte. Der Beamte zog seine Dienstwaffe und feuerte mehrere Schüsse ab. Der Angreifer starb noch am Tatort.
Der Polizist erlitt eine Schnittverletzung an der linken Wange. Laut der Staatsanwaltschaft in Belgrad war der Schusswaffeneinsatz durch Notwehr gerechtfertigt. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen laufen weiter.
Nach dem Angriff ließ Serbiens Innenminister Ivica Dačić die Terrorwarnstufe auf die höchste Stufe (Rot) anheben. Zugleich wurde die Polizeipräsenz an wichtigen Einrichtungen und stark besuchten Orten verstärkt. Dačić erklärte, dass der Mann den Sicherheitsbehörden bereits aufgefallen war. Er soll auf Instagram eine schwarze Flagge mit dem Symbol des Islamischen Staates (IS) gezeigt haben.
Es war nicht der erste tödliche Angriff vor der israelischen Botschaft in Belgrad. Bereits am 29. Juni 2024 hatte der Islamist Miloš Žujović (25) einen Polizisten mit einer Armbrust schwer verletzt. Auch damals erschoss der angegriffene Beamte den Attentäter.