Eklat mitten in Wien-Leopoldstadt! Dort wurde ein israelisches Touristenpaar vor ihrer Airbnb-Wohnung angepöbelt und beschimpft. Ein Mann hatte vor der Tür herumgebrüllt und gegen diese gehämmert. Er soll sie als "zionistische Besetzer" bezeichnet haben.
Das Paar wandte sich daraufhin an die Vermieterin, die dann die Polizei einschaltete. Auf Anfrage der "Presse" hieß es seitens der Beamten, dass man in diesem Fall jedoch nichts tun konnte, da es sich "nur" um eine Beschimpfung und nicht um eine Bedrohung gehandelt hatte.
Das Ehepaar wiederum zeigte sich bestürzt und kritisierte die Polizei. Ihnen zufolge hätten die Beamten wütend reagiert, sagten sie zu einem israelischen Online-Medium. Der Vorfall vom Wochenende sorgte in Israel für Aufregung. Unter anderem berichtete das Online-Format des israelischen TV-Senders Channel 12 von dem Vorfall.
Über die WhatsApp-Gruppe "Israelis in Vienna" hätten die Touristen dann ein anderes Hotelzimmer in Wien erhalten, inzwischen seien die beiden wieder in ihre Heimat zurückgekehrt.
Seitens der Israelitischen Kultusgemeinde Wien hieß es, dass dies "kein Einzelfall" sei. Alleine in den Sommermonaten der vergangenen zwei Jahre hätten sich die Anfeindungen gegen israelische Urlauber in der Bundeshauptstadt gehäuft. Es war von einer "Explosion" der Antisemitismusvorfälle seit dem Überfall der Terrororganisation Hamas vom 7. Oktober 2023 die Rede. So registrierte man im ersten Halbjahr bereits 671 antisemitische Vorfälle. Ganze drei Viertel davon stünden in direktem Zusammenhang mit Israel.
Der israelische Botschafter in Österreich, David Roet, mahnte, dass antisemitische und antiisraelische Drohungen sowie Gewalt in Europa und Österreich nicht ignoriert werden dürfen. In den Vorfall mit dem Ehepaar war auch das israelische Konsulat in Wien involviert. Die Bundeshauptstadt gilt bei Israelis als beliebtes Reiseziel.