Die USA dürfen ihre militärische Präsenz auf Grönland ausbauen. Das Parlament der Arktisinsel hat einem Sicherheitsabkommen zugestimmt, das auch zwei neue US-Militärstützpunkte ermöglichen soll. 16 Abgeordnete unterstützten die Vereinbarung, sieben enthielten sich. Gegen das Abkommen stimmte niemand.
Die Übereinkunft zwischen Grönland, Dänemark und den Vereinigten Staaten soll das Verhältnis der drei Partner stabilisieren. Zuvor hatte Trump wiederholt damit gedroht, die Kontrolle über die strategisch wichtige Arktisinsel übernehmen zu wollen.
Mit der Zustimmung macht Grönland den Weg für eine stärkere amerikanische Militärpräsenz frei. Das Abkommen sieht die Möglichkeit vor, zwei zusätzliche US-Militärstützpunkte auf der Insel einzurichten. Auch für das von Trump geplante Raketenabwehrsystem "Golden Dome" werden damit die Voraussetzungen geschaffen.
Gleichzeitig enthält die Vereinbarung eine entscheidende Festlegung: Grönland bleibt unter dänischer Souveränität. Auch das Recht der grönländischen Bevölkerung, selbst über ihre Zukunft zu bestimmen, wird ausdrücklich anerkannt.
Die Einigung folgt auf eine Phase erheblicher diplomatischer Spannungen. Noch im Jänner hatte das Weiße Haus erklärt, dass Trump verschiedene Wege prüfe, um Grönland zu erwerben. Dabei war auch ein möglicher Einsatz amerikanischer Streitkräfte als Option genannt worden.
Die Aussagen sorgten in mehreren europäischen Hauptstädten für Beunruhigung. Diplomatische Gespräche sollten daraufhin eine weitere Zuspitzung verhindern.
Grönlands Außenminister Mute Egede begrüßte die Entscheidung des Parlaments. Er sieht darin einen wichtigen Schritt für die Sicherheit der Insel. Kurz vor der Abstimmung verwies er auf die veränderte internationale Lage. "Wir müssen akzeptieren, dass Frieden und Stabilität nicht länger selbstverständlich sind", erklärte Egede.
Allerdings sind nicht alle politischen Kräfte mit dem Ergebnis zufrieden. Die Oppositionspartei Naleraq, die für eine stärkere Loslösung Grönlands von Dänemark eintritt, bemängelt vor allem die wirtschaftliche Seite des Abkommens.
Parteichef Pele Broberg erklärte, seine Partei wolle eine Vereinbarung erreichen, die Grönland auch nach einer möglichen Unabhängigkeit Vorteile bringe. Das nun ratifizierte Sicherheitsabkommen biete der Insel aus seiner Sicht hingegen keinen wirtschaftlichen Nutzen.
Endgültig abgeschlossen ist das parlamentarische Verfahren noch nicht. Auch das dänische Parlament muss sich mit der Vereinbarung befassen. Die erste Beratung ist für den 11. November vorgesehen. Eine weitere Sitzung samt Abstimmung soll am 19. November folgen. Erst damit wäre auch die parlamentarische Behandlung auf dänischer Seite abgeschlossen.