Dabei hatte Johannes Eggestein die zunächst wackelige Austria in der 40. Minute noch in Führung gebracht. Der so heiß ersehnte Befreiungsschlag war in Griffweite. Bis die Vorarlberger das Spiel in der Schlussphase noch drehten. Patrick Greil knallte einen Freistoß sehenswert zum 1:1 in die Maschen (70.), mit dem Treffer von Yann Massombo stand es plötzlich 2:1 für die Vorarlberger (80.). Reinhold Ranftl fälsche unhaltbar ab.
Damit geht die Austria-Talfahrt schonungslos weiter. Für die Wiener setzte es beim Tabellennachbarn die dritte Niederlage in Serie, die bereits siebte Pleite im zehnten Ligaspiel. So rutschten die Veilchen auch auf den elften Tabellenplatz ab, fielen hinter Altach zurück, die vorerst auf Rang neun kletterten.
Am Samstag könnten die Wiener sogar die Rote Laterne von Wolfsberg umgehängt bekommen. Mit dem Ex-Austria-Trainer Manfred Schmid gastieren die Wölfe in Hartberg.
Derweil werden die nächsten Stunden für Austria-Coach Stephan Helm so richtig ungemütlich. Mit Hartberg im Cup (Dienstag) und dem Wiener Derby gegen Rapid (1. November) geht es in der nächsten Woche Schlag auf Schlag weiter.
Austria-Coach Stephan Helm veränderte seine Startelf gegenüber der knappen 2:3-Niederlage in Ried an lediglich einer Position, brachte den flinken Julian Hettwer für Sanel Saljic von Beginn an, vertraute weiterhin auf Talent Daniel Nnodim auf der rechten Seite und Neuzugang Valentino Müller neben Top-Talent Vasilije Markovic in der Mittelfeld-Zentrale. Routinier Aleksandar Dragovic fehlte angeschlagen. Bei den Altachern stand dieselbe Elf auf dem Rasen, die zuletzt in Altach mit 0:3 verlor – mit Ex-Veilchen Vesel Demaku als Sechser.
In der Startphase war beiden Teams die Bedeutung des Spiels durchaus anzusehen. Keine Fehler machen war die oberste Devise. Chancen waren zunächst eher Mangelware. Auch, weil Altachs Ousmane Diawara in der zwölften Minute nur einen harmlosen Roller zustande brachte, auf der Gegenseite eine ungewöhnliche Freistoß-Variante der Veilchen harmlos blieb, Eggestein klar verzog (16.). Nach knapp einer halben Stunde nahm zumindest das Tempo im Spiel zu. Ein Diawara-Kopfball landete aber erneut sicher in den Händen von Austria-Keeper Samuel Sahin-Radlinger (38.). In der 40. Minute schlug es dann aber im Altach-Tor ein, bejubelte Eggestein den violetten Führungstreffer. Der Deutsche nahm sich ein flaches Nnodim-Zuspiel im Strafraum an, behauptete den Ball und zog aus der Drehung ab – 1:0. Gleich der erste Schuss der Wiener auf das Altacher Tor landete im Netz.
Die Führung im Rücken ließ die Brust der Austria wachsen. Den Doppelschlag verpasste Eggestein in der 52. Minute, er konnte Dejan Stojanovic im Altach-Tor im kurzen Eck nicht überraschen. Auch "Joker" Kelvin Boateng fand in Stojanovic seinen Meister (66.).
Derweil verpasste Altachs Yann Massombo noch den Ausgleich, schoss Sahin-Radlinger an, auch Abwehr-Chef Johannes Handl grätschte dazwischen (63.). Besser machte es Greil dann in der 70. Minute mit einem Traumtor. Er zirkelte einen Freistoß von der linken Seite sehenswert mit rechts zum 1:1 ins kurze Eck – über den Kopf von Ibrahim Buhari hinweg, der nicht hochgesprungen war (70.). Kurz darauf verhinderte Sahin-Radlinger im Austria-Tor den Greil-Doppelschlag, er fischte den wuchtigen Abschluss aus 20 Metern noch aus der rechten Ecke (73.). In der 80. Minute hatte Massombo die Partie dann gedreht, seinen wuchtigen Abschluss fälschte Ranftl ins eigene Netz ab – 2:1.
Bei der Austria flatterten die Nerven, spielerisch ging plötzlich gar nichts mehr. Der spät aufgerückte Ibrahim Buhari schoss in der Nachspielzeit ins Außennetz (90+3.). Zuvor zählte der vermeintliche dritte Altach-Treffer nicht.