Mehr als 1,2 Millionen Menschen sind anlässlich eines Gottesdiensts mit Papst Leo XIV. in der spanischen Hauptstadt Madrid zusammengekommen. Die Gläubigen versammelten sich am Sonntagmorgen zu einer Messe mit Fronleichnams-Prozession auf dem zentralen Cibeles-Platz und in den umliegenden Straßen, wie die Organisatoren der Großveranstaltung berichteten. An dem Platz befindet sich auch das Madrider Rathaus.
Das katholische Kirchenoberhaupt war am Vortag von König Felipe VI. und Königin Letizia empfangen worden. Weitere Stationen seiner einwöchigen Reise sind Barcelona und die Kanarischen Inseln.
Bereits am Samstag ließ der Pontifex aufhorchen. Er bedauere, dass "die Botschaft des Friedens in diesen Zeiten leider für manche naiv und für andere provokativ klingt". Statt spaltender Äußerungen müsse man zu einer "fruchtbaren Anerkennung der Komplexität" gelangen.
Wie "n-tv.de" berichtet, dankte der gebürtige US-Amerikaner Spanien für dessen "Treue zum Völkerrecht und zum Multilateralismus" – ein deutlicher Seitenhieb auf die Regierung von Donald Trump. Dessen wütende Attacken auf den Papst nach Kritik am Iran-Krieg im Mai haben dem 70-Jährigen in Spanien viele Sympathien eingebracht.
Der Vatikan kündigte an, dass sich Leo XIV. während seines Besuchs auch mit Opfern sexuellen Missbrauchs in katholischen Einrichtungen treffen wird. Der Papst bezeichnete die Missbrauchsskandale als weiterhin "offene Wunde" der Kirche. Am Mittwoch wird er in Barcelona den Jesus-Turm der Basilika Sagrada Familia segnen – am 100. Todestag des Architekten Antoni Gaudi.