Am 7. Oktober 2023 überfielen Terroristen der Hamas und anderer bewaffneter palästinensischer Gruppen israelische Ortschaften, Militärstützpunkte und das Nova-Musikfestival nahe dem Gazastreifen. Drei Jahre später wird in Wien der Opfer gedacht.
Die Jüdische österreichische Hochschüler (JÖH) lud dazu ab 16.30 Uhr zu einer Namensverlesung auf den Judenplatz in der Wiener Innenstadt. Die Veranstaltung ist ausdrücklich für alle Interessierten offen.
Im Mittelpunkt stehen die Menschen, die beim Angriff am 7. Oktober 2023 getötet wurden. Ihre Namen sollen nacheinander vorgelesen werden. Zusätzlich werden am Judenplatz Kerzen für die Opfer angezündet. "Jeder Name erinnert an einen Menschen, an ihr Leben und an ihr Leid", heißt es in der Ankündigung.
Besucher sind eingeladen, selbst an der Namensverlesung teilzunehmen. Die JÖH will damit verhindern, dass die Opfer in Vergessenheit geraten. "Solange man an einen Menschen denkt, lebt dieser in der Erinnerung weiter", heißt es zur Veranstaltung.
Am Morgen des 7. Oktober 2023 drangen Kämpfer der Hamas und anderer bewaffneter palästinensischer Gruppen aus dem Gazastreifen nach Israel ein. Gleichzeitig wurden zahlreiche Raketen auf Israel abgefeuert. Angegriffen wurden unter anderem Ortschaften im Süden Israels und das Nova-Musikfestival.
Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden mehr als 1.200 Israelis und ausländische Staatsangehörige getötet. Die Mehrheit der Opfer waren Zivilisten. Weitere Tausende Menschen wurden verletzt. 251 Menschen – darunter Frauen, Kinder und ältere Menschen – wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.
Der Angriff löste den bis heute folgenschweren Gaza-Krieg aus. Israel begann noch am 7. Oktober mit Luftangriffen auf den Gazastreifen und startete später eine groß angelegte Bodenoffensive. Die israelische Regierung erklärte als Ziele unter anderem die Zerschlagung der Hamas und die Befreiung der Geiseln.
Der Krieg hatte verheerende Folgen für die palästinensische Zivilbevölkerung. Laut einem gemeinsamen Bericht der Vereinten Nationen, der EU und der Weltbank vom April 2026 wurden seit Oktober 2023 mehr als 71.000 Palästinenser im Gazastreifen getötet und mehr als 171.000 verletzt.
Rund 1,9 Millionen Menschen wurden innerhalb des Gazastreifens vertrieben, große Teile der Wohngebäude und Infrastruktur wurden zerstört. Eine von den USA vermittelte Waffenruhe trat im Oktober 2025 in Kraft. Dennoch bleibt die humanitäre Lage im Gazastreifen auch danach äußerst schwierig.