Im Naschmarkt-Lokal 975, gegenüber der Linken Wienzeile Nr. 16, wurde bis vor Kurzem noch neapolitanische Pizza gebacken. Plötzlich blickte von den Glaswänden "Mundl" mit seinem Bier die Passanten an – und sorgt seither mit seinem Bierpreis für Staunen.
Nur 3,90 Euro kostet das Krügerl im Edmund Stehausschank. Und siehe da, rund um den Naschmarkt sprossen prompt weitere Lokale empor, bei denen der Bierpreis deutlich unter dem aktuellen Niveau zu liegen kam.
Kaum 200 Meter weiter stadtauswärts führte das "Sopherl" die "Beislstunden" ein, zu der ein großes Bier nur 4,50 Euro kostet. Der vielen von Social Media bekannte Inhaber Jing Chen ging wenige Monate später noch einen Schritt weiter, sperrte in der Webgasse (ebenfalls im 6. Bezirk) das "Stehsopherl" auf, in dem das Bier ebenfalls nur 3,90 Euro kostet.
Zum selben Preis von 3,90 Euro lässt sich auch im Café Schäffin (1040) und FreyBier (1010) der Durst stillen. Andernorts überspringt der Bierpreis oftmals schon die 6-Euro-Marke. Wie ist das möglich?
Laut "Edmund"-Betreiber Moritz Hutz sind die niedrigen Preise tatsächlich alleine durch das eingesparte Personal möglich – denn die Gäste müssen sich das Bier immer selbst an der Theke holen. Gewinn machen die Lokale trotzdem kaum, Chen kalkuliert im "Standard" mit rund zehn Prozent.
Rund die Hälfte des Bierpreises mache der Einkauf aus, zehn bis 20 Prozent sind Fixkosten, der Rest das Personal. "Ließe ich die Gäste selbst zapfen, könnte man wohl noch mal 20 Prozent drücken."
Vielleicht werden wir in Wien also bald einen Self-Service-Stehschank erleben, in dem das Bier nur mehr 3,10 Euro kostet.