Es ist eine teuflische Preisspirale. Die Teuerung nimmt wieder Fahrt auf, im September stieg die Inflation laut Schnellschätzung der Statistik Austria auf 3,6 Prozent.
"Wir alle – also die Bevölkerung und eben auch wir Wirte – werden bombardiert mit Preiserhöhungen", sagt Thomas Peschta, Gastroobmann der Wiener Wirtschaftskammer.
Die entscheidende Frage ist jetzt, wie lange die Betriebe diese zusätzlichen Kosten selbst stemmen können. Irgendwann kommt der Punkt, so Peschta, da müssen die Betriebe auch mehr verlangen.
"Der Sprit wird rasant teurer, auch Strom und Gas, dazu noch Wassergebühren. Auch die großen Ernteausfälle spielen jetzt mit", zählt Gastro-Sprecher Peschta auf. Die Belastungsgrenze sieht der erfolgreiche Gastronom (Gasthaus Peschta in Wien-Penzing) zunehmend erreicht: "Das ist allen zu viel – den Haushalten und eben auch uns, den Betrieben."
Für die Wirte geht es um eine Frage: "Wie lange können wir diese Teuerungen noch aushalten, bis wir selbst erhöhen müssen."
Peschta rechnet damit, dass sich die Entwicklung schon bald auch auf den Speisekarten bemerkbar machen wird: "Diese Rechenaufgabe kann jeder zweijährige lösen – ja, bei diesen steigenden Preisen, werden auch wir mitziehen müssen, es ist nur eine Frage der Zeit, wann genau. Das ist leider abzusehen."
Eine weitere wichtige Rechnung ist noch offen. Im Herbst bekommen die Wirte die neuen Preise der Brauereien. Wie hoch diese ausfallen werden, sei derzeit noch nicht bekannt.
Dazu kommen steigende Personalkosten durch den Kollektivvertrag. Erst wenn die unterschiedlichen Kostensteigerungen feststehen, können die Betriebe kalkulieren, wo und in welchem Ausmaß sie ihre Preise verändern müssen.
"All das zusammen wird spürbar, aber wir können noch nicht sagen, wie wir einzelne Speisen oder Getränke erhöhen müssen."
Besonders das neue Jahr könnte für die Gäste zum Knackpunkt werden. Denn zu den bereits steigenden Kosten kommen weitere Belastungen hinzu: "Mit 1. Jänner erhöht die Regierung die Alkoholsteuer, auch das betrifft uns direkt."
Die Prognose des Kammer-Obmanns: "Knapp nach Jahreswechsel werden wohl viele Lokalbetreiber ihre Preise anpassen müssen." Wie stark einzelne Speisen und Getränke tatsächlich teurer werden könnten, kann Peschta derzeit allerdings noch nicht beziffern.
Gleichzeitig wehrt sich die Branche vehement dagegen, dass die Gastronomie einer der 'Inflationstreiber' sei: „Die hohen Preise entstehen nicht bei uns, sondern an der Zapfsäule und in den Büros, in denen Gebührenerhöhungen entschieden werden."