Rechnungshof-Check

U5: Teure Grundstückskäufe waren für Prüfer vertretbar

Für den Ausbau der Wiener U5 mussten Liegenschaften teuer angekauft werden. Der Stadtrechnungshof bewertet die Ankäufe insgesamt als vertretbar.
Wien Heute
07.10.2026, 18:20
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Im Zuge des großen Öffi-Ausbaus U2xU5 werden in Wien insgesamt zwölf neue U-Bahn-Stationen errichtet. Mehr als zwei Millionen Fahrgäste täglich und Hunderttausende Anrainer sollen langfristig davon profitieren.

Bau im dicht verbauten Gebiet

Der Bau mitten im dicht verbauten Stadtgebiet stellt die Planer allerdings vor große Herausforderungen, informieren nun die Wiener Linien. Für Stationsbauwerke gebe es sowohl an der Oberfläche als auch unter der Erde nur wenig Platz. Dazu kommen zahlreiche bauliche Notwendigkeiten. So muss etwa das Wiener AKH großräumig umfahren werden.

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Häuser zu teuer angekauft

Im Zuge der Planung wurden deshalb zahlreiche Varianten geprüft. Für die geplanten U5-Stationen "AKH-Michelbeuern" und "Elterleinplatz" sind neue Aufgänge und tiefreichende unterirdische Stationsgebäude notwendig. Dafür muss sowohl im Bereich Währinger Gürtel/Kreuzgasse als auch im Bereich Elterleinplatz/Hernalser Hauptstraße jeweils ein Gebäude abgetragen werden.

Laut Bericht des Stadtrechnungshofes wurden für die zwei benötigte Gebäude fast 12 Millionen Euro bezahlt, angeblich wurden rund 1,9 Millionen Euro zu viel bezahlt.

Kaufpreise auf Basis von Gutachten

Die Kaufpreise beruhten auf Gutachten gerichtlich zertifizierter Sachverständiger, rechtfertigen sich nun die Wiener Linien. Beim Kaufpreis sei dabei nicht ausschließlich der Verkehrswert zu berücksichtigen. Der Stadtrechnungshof kam laut den vorliegenden Angaben zum Ergebnis, dass der Erwerb der Liegenschaften wirtschaftlich vertretbar und die Verhandlungsführung nicht zu beanstanden war, so eine Sprecherin.

Eine Enteignung hätte demnach neben dem Verkehrswert und den Wiederbeschaffungskosten auch erhebliche Verfahrens-, Beratungs- und Rechtskosten verursacht.

U5-Bau in Hernals

Die einvernehmlichen Ankäufe sicherten laut Stadtrechnungshof die rechtzeitige Verfügbarkeit der benötigten Flächen. Dadurch konnten Projektverzögerungen und damit verbundene Folgekosten vermieden werden. Insgesamt bewertete der Stadtrechnungshof die Ankäufe daher als vertretbar. Die Bauarbeiten für die Verlängerung der U5 nach Hernals sollen 2028 starten. Derzeit laufen bei den Wiener Linien die Detailplanungen.

red,07.10.2026, 18:20