Ein 13-jähriger "Systemsprenger" ist am Dienstagvormittag aus der Klinik Donaustadt geflüchtet. Der Syrer, der bereits wegen zahlreicher Raubüberfälle polizeibekannt sein soll, war zuvor aus der Wiener Auszeit-WG für minderjährige Intensivtäter zur medizinischen Untersuchung ins Spital gebracht worden. Dort entwischte er seinen Betreuern. Der Vorfall sorgt nun für politischen Wirbel: Sowohl die Wiener ÖVP als auch die FPÖ üben scharfe Kritik.
Für die Wiener ÖVP wirft die neuerliche Flucht massive Fragen zur Sicherheit der Auszeit-WG auf. "Bei einem derart sensiblen Projekt darf es nicht zu einer Panne nach der anderen kommen. Neos-Stadträtin Bettina Emmerling muss endlich ihr Ressort in den Griff bekommen", kritisiert ÖVP-Gemeinderätin und Familiensprecherin Sabine Keri. Bereits zuvor war ein Jugendlicher auf dem Weg in die Einrichtung geflüchtet.
Gerade bei Jugendlichen, die wiederholt durch schwere Straftaten aufgefallen sind, brauche es klare Abläufe und ausreichend qualifiziertes Personal. "Ein Konzept auf dem Papier reicht nicht - entscheidend ist, ob es im Alltag funktioniert und die Sicherheit der Jugendlichen, der Betreuer und der Bevölkerung gewährleistet ist", so die ÖVP-Politikerin.
Auch Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp übt scharfe Kritik an der rot-pinken Stadtregierung. "Wenn ein 13-jähriger Täter aus einem Spital flüchtet und die Behörden bei strafunmündigen Intensivtätern immer wieder an ihre Grenzen stoßen, läuft in unserem Rechtsstaat etwas grundlegend falsch. Für ihn ist die Auszeit-WG ein gescheitertes Projekt. Er fordert erneut eine Senkung der Strafmündigkeit auf zwölf Jahre.
Zudem verlangt Nepp Aufklärung über den Aufenthaltsstatus des 13-Jährigen und seiner Familie sowie mögliche aufenthaltsbeendende Maßnahmen. "Die Bevölkerung hat ein Recht darauf, zu erfahren, welchen Aufenthaltsstatus die Betroffenen haben und wie schnell aufenthaltsbeendende Maßnahmen möglich sind", so der Wiener FPÖ-Chef.