Dreiste Masche

134 Menschen halfen ihm – er zockte sie um 33.000 € ab

Er gab sich als verzweifelter Autofahrer aus, erschlich sich Hunderte Euro von hilfsbereiten Menschen. Jetzt soll der 42-Jährige zwei Jahre in Haft.
21.10.2026, 13:23
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Er trug schicke Kleidung, wirkte seriös und erzählte eine glaubwürdige Geschichte. Doch wer dem 42-jährigen Kroaten helfen wollte, war sein Geld los. Insgesamt 134 Menschen fielen in Wien auf seine dreiste Betrugsmasche herein. Der Schaden: mehr als 33.000 Euro. Am Dienstag wurde der Mann am Wiener Straflandesgericht zu zwei Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Mit Luxusautos Vertrauen erschlichen

Seit dem 22. April war der Mann vor allem in Tiefgaragen, aber auch bei Geschäften unterwegs. Dort sprach er offenbar wohlhabende Menschen an und schilderte eine angebliche Notlage: Er habe sich aus seinem Auto ausgesperrt. Handy, Geldbörse und Ausweis seien im Wagen eingeschlossen. Um glaubwürdig zu wirken, zeigte er auf teure Autos der Marken Porsche, Maserati, Tesla oder Mercedes. Was seine Opfer nicht wussten: Keines dieser Fahrzeuge gehörte ihm.

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Seine Geschichte ging noch weiter. Sein Bruder in Hamburg könne ihm einen Ersatzschlüssel nach Salzburg bringen. Dafür müsse er aber dringend mit dem Zug dorthin fahren. Das Problem: Er habe kein Geld für die Fahrkarte.

Bis zu 800 Euro von Opfern kassiert

Die angesprochenen Menschen wollten helfen und gaben ihm zwischen 100 und 600 Euro. In einem Fall waren es sogar 800 Euro, weil er behauptete, die Kaution für einen Mietwagen nicht bezahlen zu können.

Der Mann versprach, das Geld bei seinem nächsten Wien-Besuch oder per Überweisung zurückzugeben. Doch die Opfer warteten vergeblich. Die Staatsanwältin warf ihm vor, die Hilfsbereitschaft seiner Opfer "schamlos ausgenutzt" zu haben.

Geschnappt: Pensionist (69) wollte schon Geld abheben

Am 16. Juli war die Betrugsserie schließlich vorbei. Nach zahlreichen Anzeigen hatten Zivilpolizisten jene Orte beobachtet, an denen der Mann immer wieder aufgetaucht war.

In einer Garage beim Wiener Konzerthaus traf der Betrüger auf einen 69-jährigen Pensionisten, der dort mit einem Freund verabredet war. Wieder erzählte er seine Geschichte. Der Senior glaubte ihm und wollte bereits Geld abheben. "Er war sehr glaubwürdig und sehr überzeugend", sagt der Pensionist später, wie die "Krone" berichtet.

Doch bevor Geld floss, schlugen drei Zivilpolizisten zu. Sie riefen laut "Polizei" und brachten den Mann zu Boden.

"Ich wollte mir nur noch die nächste Line holen"

Vor Gericht bekannte sich der 42-Jährige zu sämtlichen Betrügereien schuldig. Als Erklärung führte er familiäre Probleme sowie eine Kokain- und Spielsucht an. Seine demenzkranke Mutter, die sich um seine schwerstbehinderte Schwester kümmere, habe ihm von ihrem schlechter werdenden Gesundheitszustand erzählt. Das habe ihn aus der Bahn geworfen. "Ich wollte mir nur noch die nächste Line holen. Und wenn ich kokse, dann zocke ich auch", sagte er laut Krone.

Nach eigenen Angaben konsumierte er täglich zwei Gramm Kokain. Allerdings fanden Ermittler bei seiner Festnahme weder bei ihm noch in seiner Pension Drogen. Auch in seinem Blut wurden keine Drogen nachgewiesen. Die Staatsanwältin wunderte sich über die Erklärung: "Bei Ihren Einvernahmen haben Sie das kein einziges Mal erwähnt."

Zwei Jahre Haft – Urteil noch nicht rechtskräftig

Der 42-Jährige, der als Bauingenieur arbeitet und seinen Lebensmittelpunkt in Stuttgart hat, wurde zu 24 Monaten Haft verurteilt. Bereits vor zehn Jahren war der Mann wegen ähnlicher Delikte in Deutschland in Haft gesessen.

Von den zusätzlichen Vorwürfen des Widerstands gegen die Staatsgewalt und der schweren Körperverletzung wurde er freigesprochen. Bei seiner Festnahme hatte ein Polizist Abschürfungen erlitten. Das Gericht wertete die Festnahme jedoch als "höchst dynamische Situation", bei der der überraschte Angeklagte versucht habe, nicht zu Boden zu fallen.

Der Angeklagte und die Staatsanwältin nahmen das Urteil an. Weil die Privatbeteiligtenvertreterin des verletzten Polizisten keine Erklärung abgab, ist es noch nicht rechtskräftig.

red, 21.10.2026, 13:23
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