In der Klinik Landstraße gibt es ab sofort vier zusätzliche moderne OP-Säle. Nach rund einem Jahr Bauzeit wurde der neue Operationsbereich im Erdgeschoß des Spitals fertiggestellt, teilte der Wiener Gesundheitsverbund in einer Aussendung mit.
Die zusätzlichen Säle sollen vor allem dabei helfen, geplante Operationen besser mit kurzfristig notwendigen Akut- und Notfall-Eingriffen zu koordinieren. Wie groß der Bedarf ist, zeigen die Zahlen des vergangenen Jahres. 2025 führten die Teams der Klinik Landstraße insgesamt 14.269 Operationen durch. 6.123 davon entfielen alleine auf Augenheilkunde, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Dermatologie.
Genau diese drei Bereiche sollen die vier neuen OP-Säle schwerpunktmäßig nutzen. Zwei direkt nebeneinanderliegende Säle stehen vor allem für Eingriffe der Augenheilkunde zur Verfügung. Zwei weitere sind insbesondere für HNO und Dermatologie vorgesehen. Festgelegt sind die Säle darauf allerdings nicht. Alle vier können interdisziplinär genutzt und damit je nach Bedarf für unterschiedliche Operationen eingesetzt werden.
"Für unsere Patient*innen zählt nicht nur die medizinische Qualität eines Eingriffs, sondern auch ein verlässlicher Ablauf rund um die Operation. Die neuen OP-Säle helfen uns, geplante Eingriffe und akut notwendige Operationen noch besser miteinander zu koordinieren", meint Peter Krafft, Leiter der Anästhesie und Intensivmedizin am Standort. "Damit stärken wir die Versorgung im Haus."
Bei der Planung floss auch die Erfahrung der Mitarbeiter aus dem OP-Alltag ein. Kurze Wege, eigene Lagermöglichkeiten, klar getrennte Funktionsbereiche und definierte Wartezonen für Patienten sollen die Abläufe erleichtern.
Von den neuen Nebenräumen profitieren zudem zwei bereits bestehende OP-Säle. Bei der Augenheilkunde sollen die unmittelbar nebeneinanderliegenden Operationsräume unter anderem die Zusammenarbeit, Logistik und Einschulung erleichtern.
"Ein OP funktioniert nur, wenn viele Berufsgruppen perfekt zusammenspielen. Die neuen Räume geben unseren Mitarbeiterinnen dafür eine moderne Umgebung, die ihre Arbeit optimal unterstützt", sagt Petra Ruso, Bereichsleitung Pflege OP-Bereich. "Besonders durchdacht sind die beheizbaren Wandpaneele: Sie bieten Mitarbeiterinnen, die während eines Eingriffs längere Zeit im kühleren Luftschleier stehen, zusätzliche Wärme."
Für den neuen OP-Bereich wurden zwischen Juli 2025 und Juli 2026 rund 1.000 Quadratmeter umgebaut. Eine Herausforderung: Die moderne Technik musste in die bestehende Gebäudestruktur aus den 1970er-Jahren integriert werden – und das bei laufendem Krankenhausbetrieb.
"Einen hochmodernen OP-Bereich in ein Bestandsgebäude aus den 1970er-Jahren einzubauen, verlangt präzise Planung und technisch durchdachte Lösungen", erklärt Michael Lischent, Geschäftsführer der Wiener Gesundheitsverbund Projektentwicklungs- und Baumanagement GmbH. "Wir haben neue Haustechnik, Lüftung und komplexe Wegeführungen innerhalb eines engen Zeitplans umgesetzt."