Millionenpleite in Vorarlberg: Über das Vermögen der Leopold Immobilien GmbH mit Sitz in Dornbirn wurde am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet.
Die Dimension ist beträchtlich: Derzeit sind 49 Gläubiger betroffen. Ihre Forderungen belaufen sich auf insgesamt rund 15,09 Millionen Euro, so Informationen des Alpenländischen Kreditorenverbands.
Die 2018 gegründete Gesellschaft beschäftigt laut den vorliegenden Unterlagen keine Mitarbeiter. Das Unternehmen kümmert sich im Wesentlichen um den Kauf, die Vermietung, Verpachtung und der Verwaltung von eigenen Immobilien sowie Beteiligungen.
Als Gründe für die Insolvenz nennt das Unternehmen mehrere Entwicklungen. Seit Ende 2022 seien die Finanzierungskosten infolge des Zinsanstiegs deutlich gestiegen. Gleichzeitig seien in den folgenden Jahren die Preise am Immobilienmarkt gesunken.
Geplante Immobilienverkäufe konnten laut Angaben der Gesellschaft deshalb nicht zu den ursprünglich erwarteten Preisen durchgeführt werden.
Zusätzlich verschärften fällig gestellte Finanzierungsverbindlichkeiten sowie mehrere gerichtliche Auseinandersetzungen die finanzielle Situation.
Die Leopold Immobilien GmbH verfügt über Immobilienvermögen in Österreich und Deutschland. Zudem hält die Gesellschaft Beteiligungen an mehreren Immobilien- und Projektgesellschaften. Dazu kommen Forderungen aus Darlehen gegenüber verbundenen Unternehmen.
Gesellschafter sind die S & R Immobilien GmbH mit 66,67 Prozent und die Kmenta & Partner GmbH mit 33,33 Prozent. Alleiniger Geschäftsführer ist Mario Kmenta.
Trotz der Insolvenz soll das Unternehmen fortgeführt und saniert werden. Die Eigenverwaltung bleibt bei der Leopold Immobilien GmbH. Zum Sanierungsverwalter wurde Tobias Gisinger bestellt.
Den Gläubigern wird eine Sanierungsplanquote von 39 Prozent angeboten, zahlbar innerhalb von zwei Jahren.
Die erste Gläubigerversammlung und die Berichtstagsatzung sind für den 31. August angesetzt. Forderungen können bis 8. Oktober angemeldet werden. Die Prüfungstagsatzung findet am 22. Oktober statt, über den Sanierungsplan soll am 9. November verhandelt werden.