Mord-Urteil in Berlin

15 Patienten getötet – Lebenslang für Palliativarzt

Ein Berliner Palliativarzt ist wegen 15-fachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht ordnete zudem Sicherungsverwahrung an.
Newsdesk Heute
08.07.2026, 14:57
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Das Landgericht Berlin hat einen 41-jährigen Palliativarzt wegen 15-fachen Mordes zur in Deutschland höchstmöglichen Strafe verurteilt. Neben einer lebenslangen Freiheitsstrafe stellte das Gericht am Mittwoch die besondere Schwere der Schuld fest und ordnete die anschließende Sicherungsverwahrung an.

Nach der Beweisaufnahme sieht es das Gericht als erwiesen an, dass der Mediziner bei Hausbesuchen zwölf Frauen und drei Männer tötete. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus Heimtücke und aus sonstigen niedrigen Beweggründen vor, berichtet die "Bild".

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Feuer gelegt, um Spuren zu verwischen

Laut Anklage verabreichte der promovierte Arzt zwischen September 2021 und Juli 2024 insgesamt 15 Patienten ohne medizinische Notwendigkeit und ohne deren Wissen jeweils "ein tödliches Gemisch verschiedener Medikamente". Um Spuren zu beseitigen, soll er in mehreren Fällen Feuer gelegt haben.

Der Deutsche war als angestellter Arzt in der ambulanten Palliativversorgung in Berlin tätig. Palliativteams betreuen schwerstkranke Menschen, lindern Schmerzen und sollen deren Lebensqualität verbessern. Laut Anklage missbrauchte der 41-Jährige dabei das Vertrauen seiner Patienten. Das jüngste Opfer war 25 Jahre alt, das älteste 94. Zwar waren alle schwer erkrankt, ihr Tod stand laut Anklage jedoch nicht unmittelbar bevor.

Zwei Jahre lang geschwiegen

Der Angeklagte, der seit Anfang August 2024 in Untersuchungshaft sitzt, hatte fast zwei Jahre lang geschwiegen. Kurz vor dem Ende des Prozesses gestand er zwölf der 15 Taten. "Ich bin erst jetzt in der Lage, mein Handeln zu erklären und übernehme die Verantwortung für meine Taten." Zudem sagte er: "Ich entschuldige mich für das viele Leid, das ich über sie gebracht habe", und richtete sich damit an die Angehörigen sowie an seine Familie und Kollegen.

Nach eigenen Angaben habe er sich eingeredet, das Richtige zu tun und seine Patienten vor "Leid und Siechtum" zu bewahren.

Weitere Anklage erwartet

Die Ermittlungen waren ursprünglich durch mehrere Brände ins Rollen gekommen, die der Arzt gelegt haben soll, um Tötungsdelikte zu vertuschen. Zunächst wurde wegen Brandstiftung mit Todesfolge ermittelt. Im Zuge der Ermittlungen geriet der Mediziner zunehmend in den Fokus. Hinweise des Pflegedienstes, für den er gearbeitet hatte, trugen ebenfalls dazu bei.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden Hunderte Patientenunterlagen ausgewertet. Zudem wird derzeit in 76 weiteren Fällen ermittelt. Eine weitere Anklage wird erwartet.

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