Der Tod einer erst 16 Jahre alten Jugendlichen, die in der Nacht vor Halloween (31. Oktober 2025) tot in einem Wiener Hotelzimmer aufgefunden wurde, sorgt für große Betroffenheit. Nun bestätigt die Kinder- und Jugendhilfe Wien (MA 11), dass es bereits vor dem Todesfall Hinweise auf Substanzkonsum gegeben hatte.
Die Jugendliche lebte zum Zeitpunkt ihres Todes in einer Wohngruppe der Kinder- und Jugendhilfe Wien. Am Abend vor dem Vorfall verließ sie die Betreuungseinrichtung und kehrte nicht mehr zurück. In der Nacht auf den 31. Oktober 2025 checkte sie in ein Hotel im 15. Wiener Bezirk ein. Am nächsten Morgen wurde sie dort tot in ihrem Zimmer aufgefunden.
Als Todesursache gilt eine Suchtmittelüberdosis. Hinweise auf Fremdverschulden liege nach aktuellem Ermittlungsstand nicht vor, geprüft wurde jedoch, ob sie die Drogen alleine oder im Beisein einer weiteren Person konsumiert hatte. Öffentlich bekannt wurde der Fall erst Monate später.
Die Jugendliche stammte ursprünglich aus Salzburg, lebte jedoch zuletzt in Wien und war seit Mai 2025 in einer sozialpädagogischen Wohngemeinschaft untergebracht. "Im Vorfeld gab es Hinweise auf psychosoziale Belastungen, insbesondere Essstörungen sowie Substanzkonsum", teilte die Kinder- und Jugendhilfe mit. Diese seien ernst genommen worden und hätten zu einer laufenden Überprüfung und Anpassung der unterstützenden Maßnahmen geführt.
Die MA 11 betont, dass Jugendliche in Wohngemeinschaften nicht abgeschottet werden. Ähnlich wie in Familien brauche es Freiräume, um eigene Erfahrungen zu machen und Selbstständigkeit zu entwickeln. Ausgangszeiten würden je nach individuellem Entwicklungsstand gestaltet und begleitet.
"Wir begleiten Jugendliche sorgfältig, reflektieren gemeinsam die Erfahrungen und zeigen alternative Handlungswege auf", heißt es seitens der Behörde. Ziel sei es, Schutz zu bieten und gleichzeitig Entwicklung zu ermöglichen.
Der Tod der 16-Jährigen habe die Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe stark betroffen gemacht. "Jeder Todesfall eines jungen Menschen ist einer zu viel", betont die MA 11. Der konkrete Fall sei intern sowie gemeinsam mit externen Fachstellen analysiert worden.
Dabei arbeite man eng mit der Sucht- und Drogenkoordination sowie mit Kinder- und Jugendpsychiatern zusammen. Gleichzeitig räumt die Behörde ein, dass nicht jede Gefährdungssituation vorhersehbar oder verhinderbar sei. In vielen Fällen gelinge es jedoch, Jugendliche durch Unterstützung in eine Therapie zu begleiten und ihnen den Ausstieg aus dem Konsum zu ermöglichen.