Auf einer idyllischen Anhöhe in Maria Enzersdorf (NÖ) ließ der Ex-Mann (47) der flüchtigen Schamanin "Amela" eine Villa erbauen. Der komplette Innenraum wurde mit teurem Marmor verkleidet. In den Garagen der Villa parkten wechselweise teure Oldtimer oder die Jaguars, Range Rovers und BMWs der Söhne. Der opulente Luxus-Lifestyle von Mariana M. (44) und ihren Verwandten sorgte in der Nachbarschaft für Gerede.
Viele fragten sich, wie die 15-köpfige Großfamilie zu diesem unglaublichen Reichtum kommen konnte. Nun ist klar: die "Schamanin" und ihr Anhang sollen leichtgläubige Opfer mit esoterischen "Ritualen" und "Todesflüchen" um ein Vermögen gebracht haben. Einer Frau alleine wurden für "Reinigungsrituale" 730.000 Euro abgenommen. Insgesamt soll der Clan laut Innenministerium einen zweistelligen Millionen-Betrag ergaunert haben – ein Vermögen im Wert von 12,6 Millionen Euro wurde sichergestellt.
Die Familie führte ein Luxusleben mit Villa, teuren Autos und Designerkleidung – auch auf Kosten der Steuerzahler. Laut Ermittlern soll die offiziell durchwegs arbeitslose Familie seit November 2016 rund 1,6 Millionen Euro an Sozialhilfe und Familienbeihilfe für fünf minderjährige Kinder kassiert haben.
Im gesamten deutschsprachigen Raum soll es Hunderte Geschädigte geben, laut Ermittlern handelt es sich um einen der größten Betrugsfälle der letzten Jahre. Die Dunkelziffer dürfte hoch sein, denn viele der Opfer haben sich laut den Ermittlungen nicht gemeldet.
Während "Schamanin Amela" alias Mariana M. (44) international gesucht wird, sitzen ihr Sohn Francesco (29), Schwiegertochter Dona (29) und Ex-Mann Dejan (47) in U-Haft. Als Verteidiger wurden die Top-Juristen Nikolaus Rast, Martin Babic, Philipp Wolm und Alexander Prenner engagiert. Die Anklage lautet auf schweren Betrug und Geldwäsche, ermittelt wird auch wegen krimineller Vereinigung. Die Unschuldsvermutung gilt.