Es stürzt viele Familien in den Abgrund: Für 7,2 Prozent der Männer österreichweit und sogar einem Drittel der Männer in Wien zählen, laut des Instituts für Suchtprävention, Sportwetten zum Alltag. Gerade für "Sportaffine" werden Wetten oft zur Sucht-Falle – mit schwerwiegenden finanziellen und privaten Folgen.
Ein Wiener zog nun den Kopf aus der Schlinge. Nach einem jahrelangen Kampf gegen die Spielsucht setzte sich ein Start-up für seine Geldverluste ein – mit Erfolg.
"Heute"-Leser Slobodan* (48, Name von der Redaktion geändert) kann es noch immer kaum glauben: Nach einem Rechtsstreit erhielt der Wiener über 100.000 Euro zurück – und das von einem in Österreich lizenzierten Sportwettenanbieter.
"Ich spiele seit über 20 Jahren und habe sehr viel Geld verloren. Viele Menschen in meinem Umfeld mussten unter meiner Spielsucht leiden", gesteht Slobodan im Gespräch mit "Heute". Mit der Rückzahlung zieht der 48-Jährige einen Schlussstrich: "Ich hoffe, dass ich mit dem erstrittenen Geld nun einen spielfreien Neustart schaffen kann."
Möglich wurde der Neuanfang des 49-Jährigen auch durch das Prozessfinanzierungs-Startup "M&S". Das Unternehmen übernahm den Fall und setzte die Forderungen mithilfe spezialisierter Kanzleien gerichtlich durch. Kosten fielen für Slobodan keine an, denn: Erst im Erfolgsfall erhält das Start-up einen Teil der erstrittenen Summe.
Entscheidend war auf dem Weg zum Neustart ein psychiatrisches Gutachten, das eine Spielsucht sowie eine partielle Geschäftsunfähigkeit bestätigte. Die Folge: Der Sportwettenanbieter wurde zur Rückzahlung der gesamten Verlustsumme inklusive Zinsen verpflichtet.
Für "M&S"-Geschäftsführer Cristobal Svoboda hat der Fall Signalwirkung. Denn während viele Verfahren aktuell auf illegale Online-Casinos abzielen, wolle man auch Menschen helfen, die bei lizenzierten Anbietern riesige Summen verloren haben. "Diese Verfahren sind zwar deutlich aufwendiger als Klagen auf Basis einer fehlenden Glücksspiellizenz, bieten jedoch durchaus Erfolgsaussichten", so Svoboda.
In den vergangenen Monaten wurden laut "M&S" bereits Dutzende Verfahren eingebracht – meist mit Verlusten im sechsstelligen Bereich. In mehreren Fällen habe man bereits Rückzahlungen für Betroffene erzielen können.
Slobodans Fall zeigt, wie wichtig die therapeutische Begleitung für einen Neustart ist. "M&S"-Gründer Benjamin Malaiev betont im "Heute"-Talk, dass erfolgreiche Therapien maßgebend für den juristischen Weg seien.
M&S Prozessfinanzierung mit kostenlosem Rückforderungs-Check bei Sportwetten-Verluste:
Adresse: Kantgasse 3/5, 1010 Wien
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Telefonnummer: +43 1997 4059
Instagram: msfinat
Web: msfin.at
"Uns ist wichtig, dass Betroffene parallel eine Therapie beginnen. Das ist auch für Richter in solchen Verfahren ein entscheidender Faktor", so der Start-up-Gründer. Einrichtungen wie das Anton-Proksch-Institut würden dabei wertvolle Unterstützung leisten. Denn es gehe nicht nur ums Geld, so Malaiev. Ziel sei es auch, sicherzustellen, "dass das Geld im Erfolgsfall nicht wieder dort verloren geht, wo es zurückgeholt wurde".