Viele Jahre war der grausame Tod der Studentin Daniela Kammerer in Innsbruck ungesühnt. Seit Montagmorgen wird in Innsbruck (dem Tatort des Verbrechens vor 21 Jahren) verhandelt.
Auf der Anklagebank: Ein heute 42-Jahre alter ehemaliger Studienkollege der 19-Jährigen aus Niederösterreich. Der Mann war extra freiwillig aus Australien angereist, um sich dem Verfahren – das auf sehr wackligen Beinen steht – zu stellen.
Am 23. Juni 2005 war Daniela Kammerer nach einer Party in einer Telefonzelle bei einem Drogenpark mit zwei Stichen getötet worden. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, erst jetzt konnte bei einem Zigarettenstummel beim Tatort die DNA des 42-Jährigen sichergestellt werden.
Der Familienvater und Auswanderer weinte Montag bitter vor Gericht und beteuerte seine Unschuld: "Lassen Sie mich meinen Sohn aufwachsen sehen!" Sein Anwalt Mathias Kapferer betonte nachdrücklich: "Es gibt kein Motiv, das ist alles absurd."
Und: "Mein Mandant ist ein harmloser Mensch und war damals ein Studienkollege des Opfers – nicht mehr." Es gäbe einen anderen qualifizierten Tatverdächtigen. Zudem befände sich an den Einstichstellen des T-Shirts des Opfers "DNA eines Mannes, der laut Analyse der DNA-Gutachter aus dem zentralasiatischen Raum stammen muss", so der Jurist. Das Urteil ist für kommenden Freitag geplant, es gilt die Unschuldsvermutung.