Weil sie immer wieder Fragen zum Umgang mit Wölfen stellte, hat das Land Kärnten eine Grazerin mit einer Strafe von 450 Euro belegt. Der Vorwurf: Sie soll die Behörde mit ihren Anfragen mutwillig belastet haben.
Monika Schertler hatte bis Mitte 2026 insgesamt 27 Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz gestellt. Sie will überprüfen, ob die Wolfsabschüsse in Kärnten mit EU-Recht vereinbar sind. Seit 2022 wurden im Bundesland 45 Wölfe getötet.
Die Steirerin sieht sich im Recht. "Weil ich keine oder unvollständige Antworten bekommen habe, musste ich immer wieder nachfragen", erklärt sie gegenüber der "Kleinen Zeitung". Einige ihrer Anfragen seien lediglich Erinnerungen an versäumte Fristen gewesen.
Das Land Kärnten sieht das anders. Die Behörde werde durch die wiederholten Anfragen gezielt blockiert, heißt es aus dem Büro von Landeshauptmannstellvertreter Martin Gruber (ÖVP).
Laut Land seien bereits vorhandene Unterlagen übermittelt worden. Trotzdem habe Schertler wiederholt Dokumente verlangt, die entweder schon bereitgestellt worden oder nicht verfügbar seien.
Nach Angaben des Landes mussten Mitarbeiter rund 180 Stunden für die Bearbeitung der 27 Anfragen aufwenden.
Insgesamt seien seit 2025 bei der zuständigen Abteilung 164 Informationsanfragen eingegangen, großteils zum Thema Wolf. Die Kosten dafür beziffert das Land mit rund 124.000 Euro.
Schertler hat die 450 Euro Strafe bisher nicht bezahlt. Sie will beim Landesverwaltungsgericht Beschwerde einbringen.
"Mir geht es hier nicht ums Geld, sondern ums Prinzip", betont sie gegenüber der "Kleinen Zeitung". Sobald sie alle gewünschten Informationen erhalten habe, wolle sie sich damit an die EU wenden.