Ein prominenter Helfer für Menschen in Not: Fußball-Legende Herbert Prohaska (71) hat beim Samariter Suppentopf in Wien mit angepackt. Im Sozialmarkt in der Böckhgasse (Wien-Meidling) unterstützte der ehemalige ÖFB-Teamchef die Ausgabe warmer Mahlzeiten.
"Für Armut braucht man sich nicht schämen – das hat schon mein Großvater gesagt", meinte Prohaska zu "Heute". Es sei ihm ein Bedürfnis, "hier zu helfen und den Bekanntheitsgrad zu steigern. Ich finde es großartig und bin dankbar, wenn ich jemanden eine Freude machen kann. Leute denen es besser geht, sollten die unterstützen, denen es nicht so gut geht. So sollte es eigentlich funktionieren auf der Welt, auch wenn es nicht immer so ist", betonte die Fußball-Legende.
Anlass war das vierjährige Bestehen des Hilfsprojekts, das seit November 2022 Menschen unterstützt, die sich ein regelmäßiges warmes Essen nicht leisten können. Die Bilanz nach vier Jahren: Insgesamt 280.000 kostenlose Mahlzeiten hat der Samariterbund Wien im Rahmen des Projekts bereits ausgegeben. Hinter der Essensversorgung stehen zahlreiche freiwillige Helfer, die kochen, Speisen transportieren und an Bedürftige verteilen.
Für viele Betroffene geht es dabei nicht nur um eine warme Mahlzeit. Die Ausgabestellen bieten auch die Möglichkeit, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen und soziale Kontakte zu pflegen.
"280.000 ausgegebene Mahlzeiten sind eine beeindruckende Zahl. Hinter jeder einzelnen stehen Menschen, die Hilfe brauchen, und Menschen, die bereit sind, diese Hilfe möglich zu machen. Unser Dank gilt allen Ehrenamtlichen, Unterstützern und Partnern, die den Samariter Suppentopf seit vier Jahren mittragen", so Samariterbund-Geschäftsführer Oliver Löhlein.
Gerade vor der Weihnachtszeit will der Samariterbund auf die Situation armutsbetroffener Menschen aufmerksam machen. Damit auch künftig kostenlose warme Mahlzeiten ausgegeben werden können, ist das Projekt auf Spenden angewiesen.
"Eine warme Mahlzeit sollte keine Frage des Geldbörserls sein. Mit jeder Spende helfen wir dabei, dass Menschen kein Mittagessen auslassen müssen. Wir freuen uns über alle, die den Samariter Suppentopf unterstützen und damit ein Stück Menschlichkeit weitergeben", erklärt Samariterbund-Wien-Präsidentin Susanne Drapalik.
Prohaska schwelgte nach der Essensausgabe – es gab gefüllte Paprika mit Kartoffelpüree – in Erinnerungen und erzählte auch von seiner entbehrungsreichen Kindheit. "Ich bin in Simmering aufgewachsen, in einer Zwei-Zimmer Wohnung, in der wir zu viert gelebt haben. Ich hatte keinen Fernseher, kein Handy, nicht mal ein Rad. Bis zu meinem 12. Lebensjahr hab ich im Bett meiner Eltern geschlafen – deshalb bin ich auch Einzelkind geblieben. Aber es war eine glückliche Kindheit, es hatten alle nicht viel und es gab keinen Neid", zieht Prohaska Bilanz.