Endstation Abschlepplatz

Keiner will sie mehr! 429 E-Mopeds einfach abgestellt

Seit Anfang Oktober dürfen E-Mopeds nicht mehr auf Wiens Radwegen fahren. Viele Besitzer haben ihre Fahrzeuge offenbar einfach stehen gelassen.
03.11.2026, 10:29
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Seit 1. Oktober gelten für E-Mopeds in Wien strengere Regeln: Die Fahrzeuge dürfen nicht mehr auf Radwegen unterwegs sein, zudem benötigen sie eine Zulassung und ein Kennzeichen. Die Folge: Die E-Mopeds sind aus dem Wiener Straßenbild nahezu verschwunden.

Viele Besitzer haben ihre Gefährte offenbar kurzerhand auf der Straße zurückgelassen, wie der ORF berichtet. Endstation für die ausrangierten E-Mopeds ist der Abschleppplatz der MA 48 in Simmering. Dort stapeln sich mittlerweile Hunderte Fahrzeuge, die niemand mehr haben möchte.

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MA 48 musste 429 E-Mopeds abschleppen

"Seit Inkrafttreten der StVO-Novelle wurden von uns als MA-48-Abschleppgruppe 429 E-Mopeds entfernt. Auf den Mistplätzen wurden zusätzlich 31 E-Mopeds abgegeben", erklärt Andreas Tesar, Leiter der Abschleppgruppe, gegenüber "Wien heute".

Besonders auffällig: Bei fast allen abgestellten Fahrzeugen wurden zuvor die Akkus entfernt. Von den 429 abgeschleppten E-Mopeds hatten lediglich vier noch einen Akku. Auch bei den 31 auf Mistplätzen abgegebenen Fahrzeugen waren nur vier mit Akku ausgestattet.

Nach zwei Monaten landen E-Mopeds im Schredder

Wer sein abgeschlepptes E-Moped nicht zurückholt, verliert es nach zwei Monaten an die Stadt Wien. Beschädigte Fahrzeuge werden von der MA 48 bereits früher entsorgt. "Wenn sie dann in unser Eigentum übergehen, werden sie über unseren Schredderbetrieb ganz normal verwertet und eben geschreddert", so Tesar.

Auch die Wiener Polizei bestätigt, dass E-Mopeds mittlerweile kaum noch im Straßenverkehr anzutreffen sind. Seit Inkrafttreten der neuen Vorschriften wurden lediglich elf Fahrzeuge beanstandet – fast ausschließlich wegen fehlender Zulassung.

Wiener Händler droht Schaden von 100.000 Euro

Auch Wiener Händler kämpfen mit den Folgen der neuen Regeln. Besonders hart trifft es Milad Iranpur, Betreiber des Fadu Bike Store in Wien-Wieden. In seinem Geschäft stehen derzeit rund 40 fabrikneue E-Mopeds, für die es praktisch keine Käufer mehr gibt. Dazu kommen weitere 40 gebrauchte Fahrzeuge, die er bisher an Essenszusteller verliehen hatte.

"Seit 1. Oktober können wir sie nicht mehr verkaufen. Und wir versuchen, dass wir sie in andere Länder verkaufen. Die neuen kann man vielleicht schaffen. Aber bis jetzt haben wir keine Lösung gefunden", schildert Iranpur gegenüber dem ORF. Der Unternehmer beziffert seinen Schaden auf 80.000 bis 100.000 Euro. "Wir haben versucht, dass wir zuerst verkaufen. Wenn wir bis Dezember keine Lösung finden, dann müssen wir vielleicht entsorgen."

Essenszusteller steigen auf E-Bikes um

Warum so viele Besitzer ihre Fahrzeuge ohne Akku zurücklassen, kann Iranpur erklären. Die Batterien machen nämlich einen beträchtlichen Teil des Fahrzeugwerts aus. "Wenn ein Fahrzeug 2.000 Euro kostet, ist die Hälfte vom Preis der Akku. Viele Lieferanten haben gedacht, dass sie den Akku für andere Fahrzeuge verwenden können. Deshalb haben sie ihn nicht weggeschmissen", erklärt der Händler.

Bei den Lieferdiensten Foodora und Lieferando sieht man die Umstellung hingegen positiv. Beide Unternehmen setzen mittlerweile auf regelkonforme E-Bikes. Lieferando unterstützt seine freien Dienstnehmer mit einem vergünstigten Fahrrad-Abo. Wer ein gebrandetes Cycle-E-Bike nutzt, erhält monatlich 40 Euro Rabatt. Aufgrund der großen Nachfrage wurde das Angebot bereits aufgestockt. Auch Foodora nutzt dieses Modell.

red, Akt. 03.11.2026, 10:35, 03.11.2026, 10:29
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