Millionen-Schaden droht

330.000 Impfungen verschwunden! Ministerium unter Druck

Über 330.000 Grippeimpfungen sind heuer nicht im e-Impfpass erfasst. Seit 2024 fehlen damit mehr als 900.000 Dosen – ein Millionen-Verlust droht.
Christoph Weichsler
16.02.2026, 14:05
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Seit drei Jahren klafft dieselbe Lücke – und sie wird einfach nicht kleiner. Hunderttausende Grippeimpfungen tauchen im System nicht auf, obwohl sie längst ausgeliefert wurden! Laut offiziellem Impfdashboard (Stand 13. Februar 2026) sind 1.145.067 Grippeimpfungen im e-Impfpass eingetragen. Tatsächlich verteilt wurden jedoch rund 1,48 Millionen Dosen. Die Differenz beträgt 333.933 Impfungen – eine Zahl, die auch im dritten Jahr in Folge für massive Fragen sorgt.

Große Lücke – Saison läuft aus

Die Grippeimpfung wird zentral beschafft und an Ärzte sowie Impfstellen verteilt. Genau hier beginnt das Problem: Nicht jede ausgelieferte Dosis wird auch im e-Impfpass dokumentiert. Die Saison ist inzwischen weit fortgeschritten, die wöchentlichen Eintragungen sind stark zurückgegangen. Größere Nachmeldungen gelten daher als unwahrscheinlich – berichtet die "Kleine Zeitung".

Addiert man die Differenzen der Jahre 2024, 2025 und 2026, fehlen insgesamt rund 914.000 Impfungen im Register. Selbst bei vorsichtig geschätzten zehn Euro pro Dosis ergibt das einen Gegenwert von rund neun Millionen Euro. Offizielle Angaben zu den tatsächlichen Gesamtkosten macht das Ministerium nicht.

Ministerium beschwichtigt – "System noch nicht perfekt"

Im Gesundheitsministerium spricht man von einem "erklärbaren" Unterschied zwischen ausgelieferten und dokumentierten Dosen. Wörtlich heißt es: "Die Zahl der eingetragenen Impfungen steigt seit Jahren an, gleichzeitig ist – wie bei jedem großen IT-Register – klar, dass das System noch nicht perfekt ist."Als mögliche Ursachen nennt das Ressort verspätete Einträge, technische Probleme, fehlende e-Cards oder beschädigte Impfstoffe.

Zudem gebe es Bereiche, in denen Impfungen nicht verpflichtend dokumentiert würden. Konkrete, öffentlich nachvollziehbare Daten darüber, wie viele Dosen tatsächlich verworfen, gelagert oder schlicht nicht eingetragen wurden, liegen jedoch nicht vor. Die Österreichische Gesundheitskasse fordert daher eine technische Koppelung zwischen Impfhonorar und Eintrag im e-Impfpass. Ziel ist, dass eine Vergütung nur erfolgt, wenn die Impfung auch dokumentiert ist. Die Umsetzung sei rechtlich und organisatorisch jedoch nur eingeschränkt beeinflussbar.

{title && {title} } CW, {title && {title} } 16.02.2026, 14:05
Jetzt E-Paper lesen