Neue Zahlen

365 Vorfälle – diese U6-Station braucht Dauer-Security

Alarmierende Zahlen rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße: In knapp dreieinhalb Jahren wurden dort 365 sicherheitsrelevante Vorfälle registriert.
Wien Heute
03.09.2026, 12:26
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Die Situation rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße sorgt seit Jahren für Diskussionen. Besonders das Umfeld der Suchthilfeeinrichtung Jedmayer und die damit verbundenen Belastungen für Anrainer stehen immer wieder im Mittelpunkt.

Seit 8. Mai 2026 gilt die Schutzzone im Bereich der U6-Station und des Fritz-Imhoff-Parks. Bis Mitte Juli wurden dort laut Polizei 329 Betretungsverbote ausgesprochen und 148 verwaltungsstrafrechtliche Anzeigen erstattet – unter anderem wegen Missachtung einer Wegweisung oder Drogenkonsums.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

365 Vorfälle in 3,5 Jahren

Nun legen Zahlen der Wiener Linien das Ausmaß der Sicherheitsmaßnahmen an der Station offen, wie die Wiener ÖVP in einer Aussendung berichtet. Zwischen Jänner 2023 und Mai 2026 wurden dort insgesamt 365 sicherheitsrelevante Vorfälle dokumentiert. Rechnerisch entspricht das etwa einem Vorfall alle drei bis vier Tage.

Besonders auffällig: Laut den von der ÖVP veröffentlichten Informationen ist die Gumpendorfer Straße die einzige U-Bahn-Station Wiens, die über einen fixen Sicherheitsstandposten verfügt. Seit Mitte 2024 wurden dort demnach rund 2.800 Einsatzstunden geleistet. Im gesamten abgefragten Zeitraum kamen rund 3.400 Stunden zusammen.

Einzige U-Bahn-Station mit fixem Sicherheitsposten

An die Zahlen gelangte die Wiener Volkspartei über eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz. Zuvor hatte die Stadt Wien laut ÖVP die Herausgabe detaillierter Daten mit dem Hinweis abgelehnt, dass die Wiener Linien ein selbstständiger Rechtsträger seien.

Für Gerhard Hammerer, Obmann der ÖVP Mariahilf, und Felix Ofner, Obmann der ÖVP Rudolfsheim-Fünfhaus, bestätigen die Daten ihre bisherige Kritik. "Die Antwort der Wiener Linien ist ein Offenbarungseid. Wenn ausgerechnet die U6-Station Gumpendorfer Straße als einzige Station Wiens dauerhaft mit fixen Sicherheitskräften besetzt werden muss, dann ist das der endgültige Beweis dafür, dass sich die Situation rund um den Jedmayer längst zu einem sicherheitspolitischen Ausnahmefall entwickelt hat", erklären Hammerer und Ofner.

Grundlegendes Problem nicht gelöst

Die beiden ÖVP-Politiker sehen auch ihre jahrelangen Warnungen bestätigt: "Die Wiener Linien bestätigen damit nicht nur die außergewöhnliche Sicherheitslage, sondern auch, dass unsere jahrelangen Warnungen berechtigt waren. Die Menschen im Grätzel erleben diese Zustände täglich. Transparenz darf nicht erst dann entstehen, wenn die Opposition den Druck erhöht."

Mehr Sicherheitskräfte und die von der Polizei eingerichtete Schutzzone seien aus Sicht der beiden Bezirksparteiobleute zwar wichtige Maßnahmen. Das grundlegende Problem werde dadurch jedoch nicht gelöst. Ihre Kritik richtet sich vor allem gegen Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) und den Wiener Drogenkoordinator Ewald Lochner.

Grätzel entlasten, Konzentration aufbrechen

"Die Polizei und die Mitarbeiter der Wiener Linien leisten hervorragende Arbeit. Trotzdem mussten in nur dreieinhalb Jahren 365 sicherheitsrelevante Vorfälle dokumentiert werden. Das zeigt, dass SP-Stadtrat Peter Hacker und SP-Drogenkoordinator Ewald Lochner die Ursachen des Problems bis heute nicht angegangen sind. Solange sich die Suchthilfe und die damit verbundenen Belastungen auf das Jedmayer und die U6-Station Gumpendorfer Straße konzentrieren, werden Sicherheitskräfte lediglich die Symptome verwalten. Wer das Grätzel wirklich entlasten will, muss diese Konzentration endlich aufbrechen", so Hammerer und Ofner abschließend.

{title && {title} } red, {title && {title} } 03.09.2026, 12:26