Die Hitzewelle hat in Niederösterreich nicht nur Wohnungen und Büros aufgeheizt – auch im Landeskindergarten in Königsbrunn am Wagram (Bezirk Tulln) wurde es laut einem Vater unerträglich warm.
Herbert K. (Name von der Redaktion geändert) bringt seinen Sohn täglich in den örtlichen Kindergarten. Was er dort während der heißesten Tage heuer erlebt haben soll, macht ihn fassungslos. "Es ist ein Wahnsinn! Im Erdgeschoss, wo mein Kind seinen Gruppenraum hat, hat es um 8 Uhr in der Früh schon 29 Grad", klagt er.
Noch schlimmer soll es laut den Betreuern im ersten Stock gewesen sein. Dort seien sogar 38 Grad gemessen worden, berichtet der Vater. "Das ist ja gefährlich – sowohl für die jungen Kinder als auch für die Kindergartenleiter, die eine Fürsorgepflicht für unsere Kinder haben", ärgert sich Herbert.
Sein Sohn sei nach wenigen Stunden im Kindergarten "völlig verschwitzt, erschöpft und träge" gewesen, dazu habe er einen roten Kopf gehabt. Besonders schlimm: Andere Eltern hätten ihre Kinder laut Herbert K. bereits tageweise daheim gelassen, weil sie die hohen Temperaturen nicht mehr zumuten wollten. "Das können Berufstätige eben nicht machen, da müssen die Kinder im Kindergarten bleiben", sagt er.
Besonders ärgert den Vater, dass beim Zubau des Kindergartens vor mehreren Jahren im Gemeinderat gegen eine Deckenkühlung gestimmt worden sei. "Jetzt hat es 38 Grad und die Kinder müssen die Politik von damals ausbaden", so Herbert K.
Auf Anfrage erklärt Michael Gärtner-Pichler, Amtsleiter der Gemeinde Königsbrunn, dass eine Deckenkühlung mit Anschaffungskosten von über 100.000 Euro nicht befürwortet worden sei, weil sie vom Budget nicht abgedeckt werden konnte. Beim Zubau seien aber Raffstores, also Außenjalousien, installiert worden.
Auch Lüftungsmaßnahmen würden laufend gesetzt, heißt es aus der Gemeinde. "Laufendes Lüften über die Nacht, weitere Überlegungen um zu Kühlen werden angestrebt."
Für Herbert und die anderen Eltern bleibt trotzdem die bange Frage: Was unternimmt die Gemeinde beim nächsten Hitzeschub?