Betrug um Grazer Amoklauf

39.000 € gesammelt – Frau kassierte Großteil selbst

Nach dem schrecklichen Amoklauf von Graz machte eine Steirerin mit einer gefälschten Spendenaktion Geld. Auch ein Promi fiel auf sie herein.
Newsdesk Heute
21.05.2026, 18:22
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Es war einer der schrecklichsten Tage in der Geschichte der Zweiten Republik: Am 10. Juni 2025 fand am Grazer BORG Dreierschützengasse ein Amoklauf statt. Dabei kamen mehrere Menschen ums Leben – auch der Schütze selbst.

Gerade zu diesem Zeitpunkt, als Eltern um ihre Kinder bangten und trauerten, tauchte auch die 33-jährige Steirerin am Tatort auf. In einer Rot-Kreuz-Uniform habe sie Kontakt zu den Angehörigen gesucht und sei auch auf Beerdigungen der Opfer gegangen. Vor Gericht saß die 33-Jährige aber aufgrund einer Fake-Spendenkampagne.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Austro-Promi spendete 1.000 Euro

Diese habe sie am Tag nach der Tat gestartet. Der Tenor lautete demnach, dass jeder Cent an die Opferfamilien gehen würde. Besonders perfide: Für den Aufruf habe die Frau auch das Bild eines erschossenen Mädchens verwendet, ohne die Eltern um Erlaubnis zu fragen, schreibt die "Krone".

Des Weiteren habe sie die Spendenaktion mit einem Fake-Profil online beworben. So gab sie sich als Polizist "Patrick" aus. Brisante Notiz am Rande: Auf die fingierte Kampagne fiel auch der bekannte Musiker Christopher Seiler herein. Ganze 1.000 Euro machte er locker.

21 Monate Haft

Insgesamt sollen schlussendlich rund 39.000 Euro zusammengekommen sein – nur etwas über 2.000 Euro davon gingen an die Angehörigen der Opfer. Mit dem restlichen Geld habe die Steirerin ihr eigenes Leben finanziert. Aufgeflogen war die Aktion durch einen Journalisten, der wissen wollte, wie viel Geld bereits an die Opferfamilien gegangen war. Da habe die Frau Panik bekommen.

In der Verhandlung beteuerte die 33-Jährige, dass sie nur helfen wollte. Ihr Anwalt betonte die tragische Lebensgeschichte der Angeklagten. Demnach sei sie in einem Kinderdorf aufgewachsen und schon obdachlos gewesen. Ihm zufolge habe seine Mandantin nur einmal etwas wert sein wollen.

Dennoch blieb das Gericht hart. Schlussendlich wurde die Steirerin – nicht rechtskräftig – zu 21 Monaten Haft, sechs davon unbedingt, verurteilt. Die sechs Monate habe sie jedoch bereits in der Untersuchungshaft verbüßt.

{title && {title} } red, {title && {title} } 21.05.2026, 18:22
Jetzt E-Paper lesen