Fast 400 Jahre lang trotzte die Brauerei Kriegen, Krisen und wirtschaftlichen Turbulenzen. Jetzt steht das Hofbrauhaus Wolters vor einer seiner größten Herausforderungen: Das Unternehmen aus Braunschweig hat beim Amtsgericht einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das berichtet die "Braunschweiger Zeitung".
Nach Angaben der Brauerei läuft der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter. Die Mitarbeiter wurden bereits informiert, Löhne und Gehälter sind vorerst gesichert.
Der Grund für die finanzielle Schieflage ist vor allem die schwierige Lage der gesamten Branche. Während immer weniger Bier verkauft wird, sind die Kosten für Energie, Produktion und Rohstoffe in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Diese Entwicklung brachte auch Wolters zunehmend unter Druck.
Die Brauerei ist kein Einzelfall. Viele deutsche Traditionsbetriebe kämpfen mit sinkendem Konsum und veränderten Trinkgewohnheiten. Immer mehr Kunden greifen zu alkoholfreien Alternativen. Gleichzeitig bleiben die laufenden Kosten auf hohem Niveau.
Trotz der Insolvenz will Wolters die Zukunft aktiv gestalten. Das Unternehmen plant eine strategische Neuausrichtung und möchte sich künftig stärker auf den regionalen Markt konzentrieren. Zudem soll das Angebot an alkoholfreien Getränken ausgebaut werden.
Begleitet wird die Sanierung von externen Experten. Das Insolvenzverfahren soll genutzt werden, um die Brauerei wirtschaftlich wieder auf stabile Beine zu stellen, ohne den laufenden Betrieb einzustellen.
Ob die Sanierung gelingt, bleibt offen. Klar ist jedoch: Für die 1627 gegründete Brauerei beginnt nach knapp vier Jahrhunderten ein neues Kapitel.