Dieser Roboter hilft Chirurgen bei schwierigen Operationen bereits seit 15 Jahren. Im Klinikum Wels-Grieskirchen (OÖ) kommt seit 2011 das sogenannte da Vinci-System zum Einsatz. Seither wurden knapp 5.000 Eingriffe mit der Technologie durchgeführt. Allein heuer sind es rund 500.
Der Roboter ist der perfekte Helfer für die Chirurgen: Je nach Eingriff sind kleinere Schnitte, weniger Blutverlust und geringere Schmerzen nach der Operation möglich. Auch die Erholung kann dadurch schneller verlaufen.
"Die Operateurin bzw. der Operateur selbst steuert den Eingriff von einer Konsole aus. Jede Bewegung wird vom Roboter absolut zitterfrei auf die Patientin oder den Patienten übertragen", erklärt Urologie-Primar Clemens G. Wiesinger.
Dank hochauflösender 3D-Bilder können Ärzte selbst kleinste Strukturen im Körper erkennen. Das hilft besonders bei komplizierten Eingriffen, bei denen gesundes Gewebe und wichtige Nerven geschont werden sollen.
Besonders häufig kommt das System in der Urologie zum Einsatz. Dort werden jährlich mehr als 300 Operationen mit Roboterunterstützung durchgeführt. Rund 80 Prozent betreffen Krebspatienten. Dazu zählen unter anderem Eingriffe an der Prostata und den Nieren.
Auch bei Darmkrebs, Endometriose und Lungenkrebs kann die Technologie eingesetzt werden. Bereits 2015 wurde in Wels erstmals in Oberösterreich ein Lungenlappen mithilfe eines Roboters entfernt.
Trotz der technischen Möglichkeiten ist die Roboterchirurgie nicht bei jeder Erkrankung die beste Wahl. Entscheidend sind unter anderem die Art und Lage der Erkrankung sowie mögliche Vorerkrankungen.
"Im Mittelpunkt steht immer die für den jeweiligen Patienten sicherste und sinnvollste Operationsmethode", betont Rudolf Puschmann, Standortleiter des Referenzzentrums für Herz-, Gefäß- und Thoraxchirurgie.
Am Klinikum werden die Erfahrungen der verschiedenen Fachbereiche im Zentrum für Robotische Medizin gebündelt. Künftig sollen unter anderem verbesserte 3D-Darstellungen, kleinere Instrumente und neue Navigationsmöglichkeiten die Ärzte bei Operationen zusätzlich unterstützen.